Inkens Welt

ehem. USA-Tagebuch
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Le Roi Est Mort, Vive Le Roi!!!

Juli 3rd, 2009 Posted in Needful Things

Nachdem Pussy nun endgültig den Weg alles Weltlichen gegangen ist, mußte recht schnell Ersatz her.

Und hier ist er: Gizmo (was ein Gizmo ist, könnt Ihr bei wikipedia rausfinden)

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Er ist ein kleiner Junge und kam mit ca. 1000 Meilen auf dem Tacho zu uns.

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Und weil er so lieb lacht, hat er auch einen netten Namen verdient.

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Das ist sein Hinterteil, stupsig. Die Nummernschilder konnten wir behalten, incl. Dellen…

Und hier noch ein bißchen Innenleben.

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Wir hatten zwar nur selten trockenes Wetter in den letzten Wochen, ach was sag ich denn da, MONATEN!!!, aber trotzdem haben wir viel Spaß miteinander.

Gizmo wird übrigens Deutscher in 2010.

Freut Euch mit uns!

Es saugt und bläst der Heinzelmann…

Oktober 22nd, 2007 Posted in Needful Things

… wo Mutti sonst nur harken kann.

Wir sind zwar die desillusionierten Besitzer eines amerikanischen Staubsaugers, aber seit kurzem auch die stolzen Besitzer eines Laubsaugers der Marke Black&DeckerBlack&DeckerBlack&Decker. Und der funktioniert wirklich einwandfrei!

Natürlich sind wir uns der Tatsache bewußt, daß es ökologisch gesehen Wahnsinn mit Methode ist, Laub mittels Strom und Luft zu Haufen zusammenzuwirbeln, dabei alles Gewürm und Gekäfere, das da so kreucht und fleucht (oder kräucht und fleucht?) zum Tode zu verurteilen und die Nachbarn und sich selbst ohrenbetäubendem Lärm auszusetzen. Aber auf dem Weg Amerikaner zu werden, ist das der ideale Einstieg: laut und ineffektiv sein, dabei eine Menge Energie verbrauchen und viel Staub aufwirbeln, amerikanischer geht es eigentlich gar nicht.

Ernsthaft, alle schwärmen vom Indian Summer. Wenn er doch nur käme! Bei uns war es so trocken und heiß, daß die Blätter unserer Ahorngiganten schon trocken runterfallen, bevor sie die Chance haben, sich zu verfärben. Und da dieser Saustall ein anderer werden muß, wird eben Laub entfernt. Außerdem machen das hier alle, und man will ja als Europäer nicht gleich wieder unangenehm auffallen. Also rein in BH (!), Hose und Shirt, Heinzelmann umgehängt und los geht´s. Hinterher ist man von oben bis unten grau, unser Leben hier ist nämlich auf Sand gebaut, wir sollten Spargel pflanzen.

Ich bin ja ganz Zen-mäßig ein Freund des Rechens, auch wenn ich dabei Blasen an den Händen bekomme, die sich „von“ schreiben, auaauaaua. Aber Gustl war durch nichts zu halten und hat bei Lowe´s unseren Heinzelmann gekauft.

Das isser:

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Sorry, etwas unscharf, das liegt sicher daran, daß ich mich mit enormer Geschwindigkeit bewegt habe…

Das Laub, ob nun gesaugt und gehechselt oder geharkt, füllt man in große Papiertüten (auch bei Lowe´s erhältlich), die ab Mitte Oktober von der Müllabfuhr abgeholt werden. Man kann das Laub auch auf die Straße kehren, dann kommt der große städtische Sauger. Aber bei jedem kleinen Windstoß hat man den Kram wieder im Garten liegen. Also befüllen wir Tüten.

Es folgen noch Vorher-Nachher-Photos, für die war es nur heute schon zu dunkel…

Vorher sieht es so aus:

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Nachher-Bilder sind im Moment praktisch unmöglich, denn kaum ist man hinten fertig, liegt vorne schon wieder alles voll. Aber gefegter Asphalt und gerechter Rasen ist ja jedem soweit ein Begriff.

Der Heinzelmann eignet sich auch für kombiniertes Arbeiten. Sprich, ich harke vier Stunden den Garten und mache hübsche kleine Laubhäufchen bis Gustl heim kommt und die Häufchen heinzelmannt. Ich denke, so werden wir das in Zukunft regeln, ein bißchen Zen, ein bißchen amerikanisch. Man will ja schließlich nach zwei Jahren wenn man gefragt wird, was man erlebt hat,  mehr zu erzählen haben als „ich hab Laub gerecht…“

Fahrbericht

August 24th, 2007 Posted in Needful Things

Die Süddeutsche Zeitung online schreibt über den Mazda MX 5:

Was als Kultauto für Yuppies und Broker begann, wurde zum meistverkauften Roadster aller Zeiten.

Und weiter steht da:

Die erste Kurve. Runterschalten auf dem kürzesten Schaltweg, den Sie wahrscheinlich je erlebt haben. Sie wollen die nächste Kurve! Welch ein Vergnügen, dieses Auto zu fahren!

Und wißt Ihr was? Das stimmt!!!

Gestern wurde der Pussy Wagon zurückgeliefert von einem sehr zerknirschten Matt, der sich in aller Form entschuldigte und sich für unsere Geduld bedankte. Die kleine Schönheit funktioniert wieder. Und heute war endlich Zeit für eine ausgiebige Probefahrt. Zur Vorsicht bin ich erst mal auf den Highway Richtung Süden gefahren, damit ich nicht zu weit zur Werkstatt habe… Man weiß ja nie!

Pussy, und das ist wirklich nicht so unanständig gemeint, wie sich das liest, schnurrt wie ein Kätzchen. Aber nach kurzer Zeit ist klar, das ist kein Kätzchen, das ist schon eher ein kleiner Puma! Sie will ganz ordentlich rangenommen werden, die kleine bitch! Also jagen wir die Gänge eben ein wenig rauf! Schon mein Fahrlehrer hat gesagt, man solle die Gänge ruhig ausfahren. Und Herr Scharnhop war ein guter Fahrlehrer! Da kuckt so mancher SUV-Fahrer schon recht kariert und hält kurz inne in seinem Versuch, 200PS mit Automatik in Schwung zu bringen, ohne übermäßig aufs Gas zu steigen. Wenn die wüßten, was sie versäumen, indem sie nicht schalten dürfen! Aber als SUV-Fahrer braucht man seine Hände ja auch, um zu essen, zu trinken, zu telefonieren und im Handschuhfach nach CDs zu suchen während man fährt.

Man sitzt übrigens nicht sehr weit über dem Asphalt im Miata. Ähnlich wie im Spitfire hat man die Radnaben von LKW auf Nasenhöhe. Wenn man also, wie ich heute, auf dem Highway zwischen zwei LKW durchfährt, sollte man sich im Ernstfall akustisch bemerkbar machen. Licht an ist sowieso ein Muß bei solchen Flundern. Und ängstlich sollte man auch nicht sein.

Dann so schnell wie möglich runter vom Highway, Landstraße fahren, Kurven suchen. Hui, die Kleine klebt am Asphalt in den Kurven, als würde sie sich festsaugen! Wo andere noch auf der Bremse stehen, beschleunigt Pussy willig aus der Kurve raus. Was für ein Spaß!!!!

An der Ampel steht eine Dame in einem Fünfer BMW neben mir, läßt das Fenster runter und ruft rüber „you must be from Europe!“ Auf meine Frage, wie sie darauf käme sagt sie „nobody can change gears in the US!“ Ja, das hab ich auch schon gemerkt… Und als es grün wurde, war sie vielleicht besser frisiert, aber ich war die Schnellere.

Das Dach zu öffnen ist übrigens ganz easy, zwei Klappen auf und das Dach nach hinten fallen lassen. Man ist also in 5 Sekunden oben ohne. Das Windschott hätte man sich auch sparen können, is nich mit Frisur in diesem Auto. Aber wer will schon Frisur?

Als ich zu Hause die Auffahrt entlangfahre, sitzt da ein Hörnchen mitten im Weg. Ich hab es angehupt, denn von selbst wär´s wohl nicht weggelaufen. Da hüpft das freche Ding doch glatt auf meine Motorhaube, schaut neugierig durch die Windschutzscheibe und läßt sich bis zum nächsten Baum mitnehmen das faule Stück! Was lernen wir daraus? Auch Hörnchen fahren lieber als zu laufen und haben in Sachen Auto offenbar guten Geschmack!

Dona Quixote – oder – wider jegliche Vernunft

August 18th, 2007 Posted in Needful Things

Verzeiht den fehlenden Wurm über dem N in Dona, das bietet dieses Blogprogramm nicht, lest einfach Donja…

Diese Woche war vor allem dem Erwerb meiner Connecticut Driver´s Licence gewidmet. Also rückblickend jedenfalls. Denn erst mal hatte ich NICHT vor, dort Stammgast zu werden…

Am Montag hab ich mich, nachdem ich Gustl zur Arbeit gebracht hatte, denn wir haben nur theoretisch zwei Autos, todesmutig auf den Weg zum DMV (Department of Motor Vehicles) in Wethersfield gemacht. Bewaffnet mit den im Internet als nötig angegebenen Papieren, also ausgefülltem Antragsformular mit zwei Durchschlägen, Social Security Card, Paß mit Visum, Arbeitserlaubnis und Bargeld, fühlte ich mich dem Kampf mit den Amts-Windmühlen gewachsen. Noch.

Dort angekommen war schon mal zu, montags ist nämlich kein DMV. Da hab ich mich erst ein wenig über mich selbst geärgert, denn die Öffnungszeiten stehen ja im Internet, aber wer rechnet denn damit, daß ein Amt montags nicht arbeitet? Dann hab ich mich aber gefreut, weil es dadurch so schnell ging…

Am Dienstag same procedure. Diesmal war man da und die Schlange der Wartenden war so kurz, daß ich mich sogar noch getraut habe, zur Toilette zu gehen (Kaffee, Ihr wißt ja). Naja, danach standen dort nicht mehr fünf Leute vor mir, sondern zehn, aber ich weiß ja inzwischen, daß man hier meistens zu zweit aufs Amt geht und hab mich in das Warteschlangen-Leitsystem-Labyrinth eingereiht.

Von dort bietet sich einem ein ungehinderter Ausblick auf die Angestellten des DMV. Man muß dazu wissen, daß es in Sachen Freundlichkeit, die ja hier in den USA allerorten bis zum Erbrechen zelebriert wird, eine rühmliche und für meine rote Seele erfrischend gleichmacherische Ausnahme gibt: das DMV! Berühmt für ausgesuchte Unhöflichkeit (Simpsons-Kenner seien hier an Homers Schwägerinnen Patty und Selma erinnert, genau so ist das hier im richtigen Leben, nur natürlich ohne das Rauchen!) beherrschen im DMV zwei-Wörter-Sätze wie „sit down!“ und „who´s next?“ die Atmosphäre. Als ich an der Reihe war, hatte ich Pech. Ich kam zu einer sehr lieben Dame, der ich erklärte, daß ich einen deutschen Führerschein hätte und jetzt gerne den amerikanischen von ihr bekommen würde. Sie lächelte mich an und meinte, dafür sei sie schließlich da. Wie schon so oft kam die Frage, ob ich denn nun am 1. Juni oder am 6. Januar geboren sei, die Amis schreiben das ja falsch rum… Wir waren uns dann einig, daß alle Welt es richtig macht, nur die Amis seien da ein wenig „odd“ (das kam übrigens von ihr, nicht von mir!). Das war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Sie knöpfte mir noch 40 Dollar ab und bat mich (BAT MICH!), mich zu setzen, ich würde für den Sehtest aufgerufen.

Eingequetscht zwischen hyperventilierenden Teenagern, die zusammen mit nicht weniger aufgeregten Elternteilen auf ihre Fahrprüfung warteten und In- und Ausländern in allen Farben des Regenbogens saß ich also auf einem Stuhl der Marke „besonders thrombosefördernd“ und stellte mich auf eine längere Wartezeit ein. Ich hatte mir zwar ein Buch mitgebracht, aber das wirkliche Leben schlägt ja oft jeden Roman. Ich hab zugesehen, wie Leute aufgerufen wurden, sich wieder hinsetzten, mit ihrer Begleitung flüsterten, photographiert wurden, Papiere abgaben, Führerscheine überreicht bekamen… Und alle hatten den gleichen Ausdruck in den Augen, eine Mischung aus froher Erwartung und dem Zweifel, ob man denn nun wirklich alle Papiere bei sich habe. Wie lebensnah und berechtigt dieser Zweifel ist, sollte ich noch erleben.

„Einken Shooooooster?“ Jesus, bin ich erschrocken! Ich versuchte zu orten, woher der Ruf wohl gekommen war, da stupste mich meine Nachbarin an und deutete auf einen der Schalter. Ich also los zum Sehtest. Die Dame, die mich testen sollte war eine Polizistin in mittleren Jahren. Sie forderte mich auf, meine Stirn an einen Apparat zu legen und die zweite Zeile der dort leuchtenden Buchstaben laut vorzulesen (no na, leise werd ich´s lesen!). Ich bat sie um ein Kleenex, denn da wo meine Stirn ruhen sollte, klebte noch der Angstschweiß meines Vorgängers. Sie wischte unter Stöhnen den Apparat trocken und los ging´s. Ich las die Buchstaben, bestätigte ihr, daß ich links und rechts aus den Augenwinkeln kleine Lichter gesehen hätte und hörte nur ihr gemurmeltes „passed“. Dann kritzelte sie, vermutlich, das Ergebnis auf mein Formular, das nur mit einer Büroklammer mit meinem Paß, meiner Social Security Card, meinem deutschen Führerschein und meiner Arbeitserlaubnis zusammengehalten wurde, höchst fahrlässig, wie ich finde, und teilte mir mit, ich müsse morgen wiederkommen, denn jetzt würden erst mal staatlicherseits meine Identität und mein Visum überprüft, und das dauert. Ich möchte dann morgen bitte gleich die Visaunterlagen meines Mannes mitbringen… Tja, da waren sie, die Unterlagen, die man braucht, die aber nicht im Internet erwähnt werden. Ich verstand jetzt die Panik der anderen Wartenden schlagartig. Mir wurde allerdings erlaubt, am nächsten Tag unter Umgehung der Warteschlange gleich an einen Schalter zu gehen.

Was ich nach wie vor nicht verstehe und von anderen DMV-Erfahrenen nur mit „ja, so ist das halt hier“ beantwortet werden kann ist, warum ich die Visaunterlagen meines Mannes vorlegen muß, wenn doch mein Visum der Beweis dafür ist, daß Gustl ein Visum hat. Denn ohne sein L1-Visum wäre mein L2-Visum gar nicht möglich. Und warum muß das erneut geprüft werden, wozu stand ich denn bei der Einreise bei den lieben Menschen der Immigration schon in der Schlange? Waaaaahhhhh, mit Logik und Vernunft ist diesem Thema offenbar nicht beizukommen.

Dann kam der Mittwoch. Ich brachte die Visaunterlagen meines Mannes mit. Wohlgemerkt, die Unterlagen für das Visum, denn das sind Visaunterlagen. Am Schalter angekommen wurde mir mitgeteilt, daß ich ja das völlig Falsche dabeihätte, man bräuchte nämlich gar nicht die Visaunterlagen, sondern den Paß meines Mannes und ein Schreiben seines Arbeitgebers, das bestätigt, daß er dort arbeitet, wo er arbeitet. Ich hab also drei mal tief durchgeatmet, habe die Dame gefragt, ob sie sicher sei, daß das dann alles sei, denn wenn nicht, möchte sie mir doch bitte gleich sagen, was ich noch brauche. Nein, das wäre dann alles.

Ich also nach Hause, Gustls Paß geholt, festgestellt, daß das Schreiben seines Arbeitgebers sehr wohl in der Mappe mit den Visaunterlagen war und wieder ab zum DMV. Die Polizistin hat dann alles in die Büroklammer dazugesteckt und mich aufgefordert, mich hinzusetzen, ich würde aufgerufen, um dann noch die Gebühr von entweder 66 oder auch 77 Dollar zu bezahlen. Warum nun 66 ODER 77 weiß kein Mensch. Ich war auf alles vorbereitet.

„Einken!“ Ah, heute ist also Vornamentag! Ich folgte dem Ruf und bezahlte 66 Dollar. Man kriegt dort übrigens keine Quittung. Aber dafür mußte ich ein Zettelchen zweimal unterschreiben, dessen eine Hälfte ich, nachdem ich mich wieder hingesetzt hätte, dem Herrn geben solle, der mich zum Photoshooting aufrufen würde. Na gut, mach ich. Eines muß man ihnen ja lassen, bis auf die „Visaunterlagen“ waren alle Anweisungen klar und deutlich formuliert. Man kann also nichts falsch machen, vorausgesetzt, man hatte alles dabei, was man braucht.

Die Wartezeit wurde mir durch eine reizende alte Dame verkürzt, die ganz verzweifelt war, denn sie hatte ihren Führerschein verloren. Sie zeigte mir sogar das Täschchen mit all ihren Karten, das sie immer in ihrem Portemonnaie versteckt und dann in den Untiefen ihrer Handtasche versenkt. Sie könne gar nicht verstehen, wie ihr das passieren konnte. Sie wisse ja, daß sie schusselig sei, deshalb hätten ja alle Dinge bei ihr ihren festen Platz. Sie vermutete abschließend, daß es wohl beim Schnapskaufen passiert sein müsse. Ja, Ihr Lieben, die Dame hat mir erzählt, sie sei 84, was man ihr auch angesehen hat, aber sie wird nach wie vor nach ihrem Führerschein gefragt, wenn sie sich ein Püllchen kaufen will…

„Shooooooster“ Oh, doch nicht Vornamentag. Ich wünschte der alten Dame alles Gute und raste in Richtung Photograph. Der bekam von mir meine Unterschriftenprobe, ich unterschrieb noch auf einem touchpad, und dann wurde ich aufgefordert, mich an die Wand vor einen graublauen Hintergrund zu stellen. Er bat mich, die Haare aus dem Gesicht zu streifen (wohl ein unerkanntes Photogenie mit Ambition…) und meinte „you don´t have to smile if you don´t want to.“, was ich in dieser Umgebung sehr passend fand. Und dann hat er abgedrückt. Ich mußte mich wieder hinsetzen, während mein Führerschein zubereitet wurde.

„Ink-, Eink-, ähm Shooster?“ Ja! Geschafft! Ich bekam meinen Führerschein überreicht, und das Photo ist auch erträglich.

Puh, noch ein freundliches „Thank you“ und dann nichts wie raus hier!

Schatz, ich geh mal eben einkaufen…

August 13th, 2007 Posted in Needful Things

„in Amerika bekommst Du alles!“ Das erzählt einem jeder, der schon mal länger als 24 Stunden in den USA war. Und es ist auch fast so. Das bedeutet aber nicht, daß man an alles gleich leicht rankommt. Auf diese Weise wird der Einkauf zum Abenteuerurlaub. Ich fange mal mit den einfachen Dingen an, die vor allem deshalb einfach sind, weil ICH sie nicht erledigen muß, meistens kümmert sich Gustl darum:

Baumarkt:

bei „Lowe´s“ bekommt man wirklich alles, was man zum Heimwerken, Malern, Gipsen, Bohren und sonstigen Zwecken braucht. Zudem kriegt man hier Grill und Zubehör, Grillkohle, Ratgeberbücher „wie hau ich mir mit dem eben gekauften Hammer am wirkunsvollsten auf den Daumen“ und im Winter Brennholz. Wenn mal was nicht auf Lager ist, hat man allerdings nur die Möglichkeit, immer mal wieder hin zu fahren, denn die „Beratung“ gleicht der bei OBI… Kleine, feine Dinge wie Heizkörperentlüftungsschlüssel hat „Pfau´s Hardware“ in West Hartford, zwar zu Apothekerpreisen, aber dafür wissen die Jungs dort für alles eine Lösung. Sie reparieren auch Fenster…

Elektronik:

Kabel, Stecker, Batterien, Trafos usw. kauft man bei „Best Buy“ oder „Radio Shack“. Und was der eine nicht hat, hat eben der andere. Und meistens ist es dann tatsächlich so, daß der erste das was man sucht nicht hat, aber man kann ja fast rund um die Uhr noch beim anderen shoppen.

Waschmittel und Körperpflege:

Das ist auch noch einigermaßen einfach, wobei man bei den Waschmitteln schon aufpassen muß. Denn allein durch das Überangebot und die verschiedenen Größen der Verpackungen und Flaschen benötigt man zur Auswahl beim ersten Einkauf ca. 20 Minuten! Und dann sollte man noch darauf achten, daß so gut wie alle Waschmittel enorme Mengen an Bleiche beinhalten. Buntwäsche wird hier also sehr schnell heller und heller. Also aufgepaßt und mindestens ein Mittel ohne Bleiche kaufen! Trocknertücher darf man auf keinen Fall vergessen, denn sonst ist alles voller Fussel. Die Trockner sind purer Müll hier und haben das Flusensieb eher als Alibi!

Bei der Körperpflege schlägt auch der Teufel des Überangebots zu. Was aber noch schlimmer ist, sind diese ewigen Angebote „buy two, get one free“ oder „buy two, get one for 50%“. Was daran schlimm ist? Nun, man kauft dann auch zwei von jeder Sorte und hat dann zu Hause einfach storage-Probleme. Außerdem gibt man auf diese Weise immer viel mehr aus, als man ursprünglich vorhatte. Wer also glaubt, diese Angebote seien ein Beweis für die altruistische Mission amerikanischer Supermarktketten, der möchte doch lieber das Sandmännchen kucken!

Überall gilt, europäische Marken sind sehr teuer! Also auch der Glaube, hier sei immer alles so viel billiger als zu Hause, wird einem recht schnell ausgetrieben. Nivea ist praktisch unerschwinglich. Gut, daß ich Nivea nicht mag.

Nun muß der Mensch ja nicht nur waschen, bohren, fernsehen und mailen, sondern zwischendurch muß auch mal gegessen werden. Und hier beginnt der Horror! Da ich ja noch nie jemand war, der mit Freude durch Supermärkte streifte und selbst ein Gang über den Viktualienmarkt nicht mit Genuß für mich verbunden war, ist die Jagd nach Kühlschrankfüllungen für mich eine echte Herausforderung an Nerven, Kondition und Gesundheit.

Supermärkte:

Wenn man sich den amerikanischen Eßgewohnheiten widersetzt, oder sie zumindest nicht zu hundert Prozent adoptieren will, macht man sich von vornherein das Leben schwer. Brot! Willst Du verdauen wie ein gesunder Mensch, laß die Pfoten von amerikanischem Brot! Man bekommt auch Vollkornbrot oder Bagels mit Körnchen, nur eben etwas teurer… Um gutes Brot, das diesen Namen verdient, zu kaufen, fährt man also zu einer polnischen Bäckerei, oder zu einem kleinen Tante-Emma-Laden namens „Adolfs“. Aber zu dem komme ich noch.

Kaffee ist auch so eine Sache. Amerikaner trinken ihren Kaffee sehr dünn. Pfui Teufel! Wenn man also Kaffee zubereitet, muß man etwas mehr Pulver verwenden, denn um die panische Dauerangst vor Herzinfarkten zu pampern, ist der Kaffee für den amerikanischen Markt nicht besonders stark geröstet. Da Kaffee aber unverhältnismäßig teuer ist, überlegt man bei jeder Tasse, die man zu viel kocht, ob man sie wirklich wegschüttet, nur weil sie kalt geworden ist. Wir werden also früher oder später unser Vorhaben, eine Espressomaschine zu kaufen, doch noch wahr machen. Und dann können wir ja in Little Italy gute italienische Kaffeebohnen jagen gehen.

Wurst und Käse zeichnen sich vor allem durch hermetische Verpackung aus. Wenn man dann Schinken aus der Folie gezogen und gequetscht hat, ergießt sich aus der Verpackung eine unappetitliche Pökelsalz-Wasser-Mischung. Irgendwie vergeht einem der Appetit, wenn man sein Essen erst mal mit Zewa trockentupfen muß… Käse hat hier blaß und weich zu sein. Auch nicht immer das, worauf man grade Appetit hat.

Obst und Gemüse ist im Überangebot und in allen Zuständen zu bekommen. Die Äpfel gleichen sich wie ein Ei dem anderen, braune Flecken verkaufen sich wohl noch schwerer als in Deutschland. Dafür sind sie aber alle gewachst und auf Hochglanz poliert. Ananas bekommt man im Ganzen oder in Plastikschüsseln abgepackt vorgeschnitten. Vor den Plastikschüsseln sei jedoch gewarnt, sie sind hinterhältige kleine Dinger, die man erst gar nicht aufbekommt und wenn man Gewalt einsetzt, spucken sie einem Ananassaft ins Auge! Bananen sind entweder noch grün oder schon braun. Und wenn man mal gelbe bekommt, sollte man sie erst am Ende der Einkaufsodyssee kaufen, denn sonst sind sie spätestens zu Hause braun.

Im schlimmsten Fall läuft ein Einkauf also folgendermaßen ab:

Einkaufsliste:

2 Knopfbatterien für den Autoschlüssel

erst mal zu „Best buy“, die haben zwar siebentausend verschiedene Knopfbatterien, aber nicht die, die ich brauche. Entfernung bisher zurückgelegt 12 Meilen. Aber nicht gleich aufgeben, in den Westfarm Malls ist ein Radio Shack, und was sind schon 22 Meilen mehr? Bei den Benzinpreisen…

Kaffee

Brot

Käse

Schinken

Shampoo

Waschmittel

Diese Posten bekomme ich eigentlich alle im „Stop´n´Shop“. Super, da kann ich dann danach gleich heim und mit Bügeln anfangen…. Ähm, für ein viertel Kilo Kaffee elf Dollar? Damit komme ich dann ungefähr zwei Tage aus…. Ne, da packt mich der Geiz.

Die Käseauswahl erstreckt sich auf mindestens zwei Dutzend Sorten Cheddar. Cheddar, der Käse, der kein Käse ist… Nein, da muß ich doch noch zu „Trader Joe´s“, der hat auch Schwarzwälder Schinken, der diesen Namen verdient.

Aber jetzt bin ich schon hier, mal sehen, da nehm ich halt noch Wasser und ein paar Säfte mit und Waschmittel und Shampoo und Schokolade… Nee, lieber nicht. Hershey kann man nicht fressen und die Lindt kann man nicht bezahlen.

Naja, noch mal 10 Meilen für vier Dinge gefahren, wen stört es schon…?

Auf zu „Trader Joe´s“

Blöd, der Schinken ist grade aus, nein auch auf Lager ist nichts mehr. Käse kaufen, und weil man schon mal da ist, gleich noch eine Gallone Milch.

Aber irgendwas muß doch aufs Brot… Also ab zu „Adolf`s“, dort gibt es Brot, Wurst, Schinken, Knackwurst (auf Amerikanisch übrigens `Näckwörst´). Oh, die haben ja Vanillezucker und Mannerwaffeln, Apfelmus muß auch mit, Gummibärchen und die feine Lindt mit Orange (gell, Frau Pfirrmann? Man gönnt sich ja sonst nichts!) und Marzipan für´s Männerherz. Wow, Meggle Kräuterbutter, na da lieber gleich drei, die haben sie nicht immer… Jacobs Krönung, naja, die ist die elf Dollar wenigstens wert. Noch deutsches Nutella und eine deutsche Zeitschrift von vor zwei Monaten und man ist 80 Dollar ärmer, aber irgendwie glücklicher. Der Laden gehört einem Deutschen namens Adolf, der sich darauf spezialisiert hat, europäische Lebensmittel zu importieren. Vieles kommt übrigens aus Polen. So auch die ganz süße Verkäuferin, bei der ich mich mit meiner Schwärmerei für ihr Angebot gleich so beliebt gemacht habe, daß sie mir einen polnischen Schokoriegel geschenkt hat. Der war übrigens besser als erwartet.

Insgesamt hab ich also ca 60 Meilen mehr auf dem Tacho und so um die 130 Dollar weniger in der Tasche, bin fünf mal auf einen Parkplatz gefahren, habe fünf mal alles was zum Autoaufbruch einladen könnte weggesperrt, hab fünf mal einen vollkommen unterkühlten Laden betreten, dort frierend gesucht und gesucht und gesucht, fünf mal an der Kasse gewartet, dreimal davon besonders lang, weil ich an der Expreßkasse stand, die immer ein wenig länger dauert (ein bisher ungeklärtes Phänomen…), fünf mal in ein total überhitztes Auto eingeladen, mich mehrfach darüber geärgert, daß ich wieder für vier Sachen vier Tüten bekommen habe, die ich allerdings zu Hause beim Auspacken gleich wieder für den Verpackungsmüll verbrauchen werde…

Also mir erschließt sich die Begeisterung mancher Menschen für Lebensmitteleinkäufe einfach nicht.

 

 

Hurra, es ist ein Japaner!

August 2nd, 2007 Posted in Needful Things

Alexa und Wolfgang haben sich, da wir schon in den USA waren, um den Verkauf unseres Toyota Corolla gekümmert. Dafür an dieser Stelle noch einmal ganz offiziell ein dickes Dankeschön an Euch, Ihr Thalers!!!!

Als dann das Geld in die USA transferiert war, ein wenig herzlicher Dank für die enormen Gebühren an die Dresdner Bank, wozu zahlt man eigentlich Kontoführungsgebühren?, konnten wir uns endlich an den Kauf meines kleinen Spaßmobils machen. Für die enormen Opfer, die ich bringen mußte, um meinem Mann ins feindliche Ausland zu folgen, wurde mir nämlich ein Cabrio versprochen…

In den letzten Wochen haben wir deshalb immer mal wieder im Internet gewühlt und auch am Straßenrand Ausschau nach Autos zum Verkauf gehalten. Dabei sind wir auf ein gelbes Käfer-Cabrio gestoßen, Baujahr `79 und wirklich schön restauriert. Käfer-Cabrio stand eigentlich schon immer auf unser beider Wunschliste. Also sind wir vor einigen Tagen zu dem Händler gefahren und haben eine Probefahrt gemacht. Dabei mußten wir feststellen, daß der Süße nur auf drei Zylindern läuft. Und offensichtlich sind wir beide aus dem Alter raus, in dem man bei 38° auf Kunstledersitzen im eigenen Saft schmoren mag… Also blieb der Käfer wo er war und harrt eines weniger verwöhnten Käufers.

Gestern haben wir uns zwei Mazdas angeschaut und dabei wieder mal was erlebt, was wohl in den einfach USA dazugehört, auch wenn man auf solche Erfahrungen gut verzichten könnte…

Wir fuhren zu einem Händler, der einen MX5 im Internet anbot. Den konnten wir auch gleich ohne Vorlage eines Führerscheins probefahren, was mir schon mal komisch vorkam. Beim Fahren stellte Gustl dann fest, daß die Schüssel erst zaghaft zu bremsen beginnt, wenn man schon fast das Bodenblech durchtritt. Wir haben das dem Händler mit Angstschweiß auf der Stirn mitgeteilt. Der hat erst mal behauptet, die Bremsen seien in Ordnung. Kurz danach meinte er, er würde das reparieren lassen, wenn wir die Kohle auf den Tisch gelegt hätten. Er könne schließlich nicht in jedes Auto, das er verkauft erst mal investieren. Dieser Gauner hat uns also tatsächlich mit kaputten Bremsen losfahren lassen!!! Soll er doch jemand anderen in den sicheren Tod schicken!

Also auf zum zweiten Händler. Immerhin ein autorisierter Mazdahändler mit eigener Werkstatt. Machte gleich einen ganz anderen Eindruck. Der metallicgrüne MX5 stand schon bereit. Matt, ein hübscher 31jähriger, frisch verheiratet, grade Häuschen gebaut, will noch mal nach Sizilien reisen, woher sein Opa stammte, bevor er sich an die Zeugung von mindestens drei Söhnen machen will, fuhr erst mal mit mir eine Runde, dann mit Gustl. Und dann stand es fest, das ist der neue pussy-wagon! Schaltgetriebe, 140 PS, zwei Sitze, Verdeck runter, cool sein! Nun wird noch ein neuer Katalysator eingebaut und am Samstag holen wir ihn ab. Am liebsten hätt´ ich ihn gleich eingepackt, den Schnuckel!

Dankenswerter Weise waren im Internet schon ein paar Photos drin. Das isser!

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Ach ja, für meine Eltern: dieses Auto ist auch mit den üblichen Sicherheitsfeatures ausgestattet, also keine Angstpartien mehr wie damals zu Spitfirezeiten!

Needful Things II

Juli 30th, 2007 Posted in Needful Things

Hört Ihr das Wiehern? Das ist der Amtsschimmel. Also ich will ja München und das KVR nicht übermäßig loben, auch die haben mir das Leben schon schwer gemacht. Aber was hier in Sachen Bürokratie abgeht, das geht auf keine Kuhhaut (oder Schimmelhaut).

Um in Amerika als legal alien (jaja, ich bin ein legales Ungeheuer!) auch tatsächlich als Mensch mit Identität zu gelten, braucht man zwei Dinge: eine social security number und einen amerikanischen Führerschein. Erst dann kann man sich auf Jobs bewerben oder Alkohol kaufen, oder beides…

Die social security number bekommt man auf dem dazugehörigen social security office. Man kann sich das Formular aus dem Internet unter http://www.ssa.gov/ ausdrucken und es vorneweg schon mal ausfüllen, um Zeit zu sparen. Warum man dazu allerdings den Geburtsnamen meiner Mutter und den zweiten Vornamen meines Vaters braucht, ist mir nicht so ganz klar. Das Formular hat für alle Fälle eine vierseitige Gebrauchsanweisung, die das aber auch nicht erklärt. Für alle, die sowas gerne lesen, bitte schön!

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Auf der homepage kann man übrigens auch die populärsten Vornamen aus 2006 für Neugeborene nachlesen. Jacob und Emiliy haben die Spitzenplätze, wobei Emily schon seit 1999 ganz vorne mit dabei ist. Liegt wohl an den vielen WASPs, die hier leben (White Anglo-Saxon Protestants: weiße Hautfarbe, angelsächsische Herkunft, protestantische Konfession), eine der großen Bevölkerungsgruppen der USA, eigentlich die Gründerväter. Heute wird der Ausdruck eher abschätzig verwendet. Siehe auch www.wikipedia.de. Daß meine erste Tochter immer Emily heißen sollte, gibt mir jetzt schon etwas zu denken, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, zurück zum Amtsschimmel.

Ich komme in New Britain in der Arch Street 100 an und finde auch gleich vor der Tür einen freien Parkplatz für Perle. Das kann eigentlich nur ein gutes Zeichen sein, oder? Ich schmeiß also ein paar quarter in die Parkuhr, zwei Stunden sollten genügen… Dann betrete ich das Amt durch eine Tür, die ein schreckliches metallisches Quietschen von sich gibt (pump up the volume!). Man steht dann mitten im Amt vor einer kleinen Maschine, die eine Wartenummer ausspuckt, wenn man auf den roten Knopf drückt. Ich ziehe die Nummer 12. An der Wand hängt das star spangled banner und drunter steht: „Public Service Employees proudly serving America“. Na, das klingt doch vielversprechend!

Aber der Warteraum ist brechend voll und riecht auch sehr nach Menschen. Wenn um viertel nach Aufsperren schon 11 Leute vor mir sind, dann hätte ich wohl lieber was zu lesen mitgebracht. Ich stelle mich innerlich auf einen langen Vormittag auf einem der ungemütlichen Stühle ein und drifte gedanklich ins Nirwana ab. Und plötzlich ruft die Dame am Schalter schon „number nine!“. Da registriere ich, daß in Amerika wohl niemand alleine aufs Amt geht. Die Leute gehen hier immer paarweise an den Schalter. Oje, brauch´ ich hier etwa jemanden als Zeugen? Oder als moralische Stütze?

Neben mir sitzen ein Vater mit seinem Sohn. Das eine Bein des Sohnes ist eingegipst, deshalb mußte wohl Papa als Chauffeur herhalten. Papa schielt abwechselnd auf mein Dekollete und meine Wartenummer. Er entscheidet sich für meine Wartenummer und fragt, ob er nicht meine Nummer 12 für seine Nummer 27 (es ist inzwischen wirklich sehr voll hier und riecht nicht mehr nur nach Menschen obenrum…) tauschen könnte, sein Sohn hätte schließlich einen Gips. Ich radebreche „sooory, I don´t underschtend Inglish“ und bin erst mal aus dem Schneider. Ja klar, so weit kommt es noch! Söhnchen saß gemütlich mit Bein hoch und zutzelte an einem Liter Pepsi im klimatisierten Warteraum. So gut ging es dem seit Wochen nicht mehr! Nein, ich hatte gerade überhaupt keine Lust, nett zu sein!

„Number twelve!“ Ich gehe an den Schalter, offenbar werden doch auch „singles“ bedient. Ich sage der Dame was ich will, sie sieht im PC nach, sagt, ich sei schon registriert durch die immigration. Ich solle mich wieder hinsetzen, ein Kollege werde mich demnächst mit meinem Namen aufrufen. Hä? Wieso? Wenn ich schon registriert bin? Warum nicht gleich? Ich gebe meinem Drang zu fragen und verstehen zu wollen nicht nach und setze mich wieder neben Papa, der natürlich prompt sagt „your English is not that bad!“ Scheiße, gute Akustik hier. Ich werde nur nicht rot, weil ich nie rot werde, schäme mich aber trotzdem ein bißchen… Papa meint, er bräuchte eigentlich nur ein Formular, er sei jetzt echt sauer, daß er so lange warten muß. Ich frage ihn, welches Formular er denn braucht, ich könne es ihm ja mitbringen, wenn ich wieder vor ihm drankäme. Naja, irgendwie hatte ich das Gefühl, was gut machen zu müssen. Da er sich und seinen Sohn arbeitslos melden wollte, hat mein weiches Herz gesiegt.

„Shoooster“, das bin ich! Eine andere blonde Dame mit beeindruckenden Ringen unter den Augen bittet mich in ein Büro und bietet mir einen Platz an. Aha, jetzt werde ich noch mal interviewt! Das konnte die andere Dame wohl nicht. Miss Augenringe fängt schweigend an, mein Formular in den PC zu übertragen (auch so eine typische Sache in den USA, man füllt ein Formular aus, das dann erst mal hoffentlich 1:1 in den PC gehackt wird. Online Ausfüllen wäre schneller, aber wohl zu einfach). Sie hält ein paar mal inne, um zu fragen, ob es sein kann, daß meine Mutter den gleichen Vornamen hat wie ich, oder ob ich da einen Fehler gemacht habe. Ich bestätige ihr, daß es zwei Inkens in meiner Familie gibt, wir seien eine sehr arme Familie. Sie findet das nicht lustig, Humor hat man in den USA nicht… Dann wundert sie sich darüber, daß ich auf dem Formular behaupte, am 1. Juni geboren zu sein, wo doch im Paß der 6. Januar steht. Ich erkläre, daß wir in Europa das Datum andersrum schreiben, sie schüttelt lächelnd den Kopf ob dieser unsäglich schrägen Europäer. Dann will sie noch wissen, warum ich denn in Germany geboren, aber trotzdem Österreicherin sei. Ich tu´ ihr den Gefallen und sage, daß Europa leider noch nicht so weit sei, daß alle die gleiche Nationalität haben, da würden die einzelnen Staaten einfach zu sehr an ihren Traditionen hängen. Es hat funktioniert, sie lächelt mich richtig lieb an und sagt mir, wie froh ich sein könne, jetzt in einem so unkomplizierten Land wie den USA zu leben. Ich lächle zurück und bestätige, daß ich darüber auch wirklich sehr sehr froh sei. Wie froh genau, weiß ich noch nicht. Miss Augenringe druckt das Formular noch einmal aus, läßt es mich noch mal lesen und unterschreiben, dann sagt sie, in sieben bis zehn Tagen würde ich die social security card bekommen. Ich sage ihr, daß das beeindruckend schnell sei, was sie offenbar gerne hört. Dann frage ich noch nach den Formularen für Papa und Söhnchen, erkläre warum und beeindrucke sie offenbar mit meinem sozialen Engagement so sehr, daß sie eine Ausnahme macht (eine Ausnahme?).

Wieder draußen aus dem Büro-Verschlag drücke ich Papi die Formulare in die Hand, der sich beschwert, daß ich keinen Kugelschreiber mitgebracht habe (Sack!) und verschwinde *quietsch* durch die Tür in die Freiheit.

Der Polizist, der an meiner Parkuhr steht meinte „you thought it would take longer, didn´t you?“ Ich grinse ihn an und nicke. Er nickt auch wissend und geht weiter. Irgendjemand hat heute Vormittag noch eine Stunde auf meine Kosten geparkt, sei ihm gegönnt.

Wenn ich die social security card habe, kann ich auf´s DMV (Department of Motor Vehicles) gehen, um den Führerschein zu beantragen. Da ist man angeblich von ausgesuchter Unhöflichkeit. Ich freue mich schon darauf, da gibt es dann wieder viel zu berichten. Also, bleibt dran!

Eureka!!!

Juli 28th, 2007 Posted in Needful Things

Wenn mir an meiner Wiege eine böse Fee vorausgesagt hätte, daß ich mich eines Tages gezwungen sehen werde, mich schriftlich über ein Elektrogerät zu äußern, hätt´ ich mein erstes höhnisches Lachen schon mit vollen Windeln von mir gegeben. Dann doch lieber an der Spindel stechen und hundert Jahre schlafen! Aber, meine Lieben, es ist so. Ich kann nicht anders als mir die Wut von der Seele schreiben…

Seit einem Monat besitze ich einen sonnenblumengelben Staubsauger Marke „Eureka“, und der hat leider mit der bestechend schönen Einfachheit des archimedischen Prinzips so viel zu tun wie ich mit George Clooney. Beides finde ich sehr schade.

Ich laß jetzt erst mal eine Produktbeschreibung folgen, damit Ihr wißt, mit wem wir es hier zu tun haben:

„Eureka upright vacuum cleaner“ ist ein Kind aus der Electrolux-Familie, die es offenbar nicht versteht, ihrem Nachwuchs beizubringen, wie man sich draußen in der großen weiten Welt zu benehmen hat. Er kam mit vielen Papieren ausgestattet und einer ganzen Menge Zusatzausrüstung. Electrolux schreibt zwar:

For more than 90 years, Electrolux has built small appliances that are reliable, innovative and beautifully designed – all with you in mind!      

Definitely not with a Deutsche Hausfrau in mind, mein lieber Schwede! Hübsch ist er zwar, aber einfach das unpraktischste Miststück, das man sich vorstellen kann.

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Ausgestattet ist er mit einem sehr langen Kabel, das man manuell aufwickeln muß (staubsaugertechnisches Mittelalter!) und einem sehr kurzen Schlauch, der direkt in die „dust bin“ führt, er braucht also keine Beutel. Man soll aber lieber nichts damit aufsaugen, was einen größeren Durchmesser hat als 3mm. Ja, verdammich, was denn sonst?!?

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Diesen Schlauch kann man an einem Ende lose machen und eine Verlängerung dranstecken. An diese kann man dann noch entweder eine kleine Bürste oder die „Power Paw“ (Kraftpfote, ha!) für vertikales Saugen anbringen. Hier wählt man zwischen zwei Modi: nicht so fest draufstecken und ständig verlieren oder fest draufstecken und kaum wieder runterkriegen.

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Es gibt dann noch den „self cleaning duster“, eine Art Staubwedel, den man zwar manuell bedient (um zum Beispiel Spinnweben zu entfernen, oder andere Überkopfarbeiten durchzuführen. Ich empfehle das Tragen einer Schutzbrille…), aber danach in seine Halterung zurücksteckt, damit die Saugkraft von Eureka ihn wieder sauber pustet.

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Als ich beim Zusammenbau (ja, er mußte erst zusammengebaut werden!) merkte, daß für die beiden einzuschraubenden Schrauben keine Gewinde vorgebohrt waren, schlich sich eine düstere Vorahnung in mein Hausfrauenhirn. Ich schraubte mir also einfach per Schraube ein Gewinde in das Gehäuse (ich weiß genau, wer von Euch jetzt den Kopf schüttelt, aber ich nenne keine Namen), steckte das Zubehör in die dafür vorgesehenen, aber trotzdem nicht ganz genau passenden Schlitze und Halterungen und steckte den Stecker in die Steckdose. Und dann hab ich ihn eingeschaltet. Wäre ich religiös, hätte ich wahrscheinlich dabei einen schmerzhaften Rosenkranz gemurmelt.

Fünf Minuten später war klar, Eureka hat Eigenschaften, die man an einem Staubsauger nicht liebt:

  • er wiegt 20kg, was bei 104° Fahrenheit ziemlichen Spaß macht, wenn man in den ersten Stock damit klettern muß!
  • ständig ist das Kabel im Weg!
  • er saugt nicht, manche Brösel muß man bis zu zwanzig mal von allen Seiten überfahren bis sie im Schlauch verschwinden. Da er auch nicht in die Ecken kommt, sollte man aber sowieso immer einen nassen Lappen dabeihaben, um manuell nachzuhelfen.
  • und ständig ist dieses blöde Kabel im Weg!
  • der Schlauch ist zu kurz. Es gibt zwar die beschriebene Verlängerung, aber die reicht auch nicht in die Ecken, da man so daran ziehen muß, daß Eureka dabei doch des öfteren aus dem Gleichgewicht kommt und kippt, einem vor und noch lieber auf die Füße fällt und mühselig wieder aufgestellt werden muß. Das Zubehör fällt dabei praktischer Weise auch gleich aus den Halterungen.
  • und dieses verf… Kabel ist einem ständig im Weg.
  • der Stecker bleibt nicht in der Steckdose. Aber das vereint hier alle Elektrogeräte. Die amerikanischen Stecker und Steckdosen bieten einem nicht das haptische und akustische Vergnügen eines satten Einrastens, das wir aus Europa gewöhnt sind. Hätte nicht gedacht, daß einem so etwas fehlen kann! Man merkt dann aber spätestens beim Einschalten des jeweiligen Geräts, ob der Kontakt hergestellt ist oder nicht. Überraschung!!!
  • und das Kabel ist einem sowieso ständig im Weg.
  • er fährt nicht über Schwellen, aber Hochheben ist auch nicht so einfach, weil schwer und Griff sehr glatt.
  • und schon wieder ist einem dauernd das Kabel im Weg.
  • er ist unglaublich laut. Amerika zeichnet sich überhaupt durch enorme Lautstärke aus, aber dazu äußere ich mich noch mal getrennt.
  • das Kabel ist ständig im Weg!!! Wann wird endlich der wireless vac erfunden?

„Eureka“ und mich verbindet deshalb eine stürmische Haßliebe. Und immer wenn er mir das Leben wieder schwer macht, drohe ich damit, mir von der nächsten Deutschlandreise einen kleinen Siemens mitzubringen. Das beeindruckt ihn aber nicht, ich glaube, er ist taub, deshalb schreit er auch so…

Sollte das jemand lesen, der oder die demnächst mit Container nach Hartford zieht… Bitte noch ein Plätzchen für einen guten Siemens oder Bosch lassen!

Unser erstes Auto

Juli 26th, 2007 Posted in Needful Things

Nachdem wir seit Ende Juni mit Mietwagen so unsere liebe Not hatten, haben wir uns entschlossen, gute deutsche Wertarbeit zu kaufen. Es wurde ein Audi A6 Kombi in Spermaweiß. Da man das aber nicht sagt, heißt das Auto „Perle“.

Das gute Stück hat fast 100000 Meilen auf dem Buckel und ist Baujahr `99, fährt sich aber extrem angenehm und nach einem Ölwechsel haben wir auch ein gutes Gefühl trotz des Tachostandes. Hier fährt man eben viel. Außerdem war das Auto in Frauenhänden, was Autos meistens ganz gut tut (nicht, wenn sie mir gehört haben, ich weiß!). Die zerdellten und zerkratzten Alufelgen haben wohl die Töchter der Vorbesitzerin zu verantworten, die ihre ersten Einparkversuche mit dem Wagen gemacht haben…

Über den Vierradantrieb werden wir uns dann im Winter freuen!

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Leider nicht zur Diskussion aber beim Händler mal eben so rum standen…

…ein sehr reparaturbedürftiger Benz…

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…und ein himmelblaues Oldsmobile mit weißen Ledersitzen, leider zu teuer. Ich mußte deshalb sehr tief seufzen!

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Ist das nicht eine Schönheit?

Der Carrera des Händlers war unverkäuflich. Der Händler selbst, Michael, war ein Erlebnis. Selten so schiefe Zähne gesehen. Er schwört auf deutsche Autos, hat sowohl bei Audi, als auch bei BMW und Mercedes in Deutschland gaaanz viele Freunde. Aber: nothing compares to a Porsche! Wo er recht hat, hat er recht!

Und jetzt fehlt noch mein Cabrio. Das hab ich leider noch nicht. Aber lang kann es nicht mehr dauern. Ihr werdet es schon sehen!

 

Needful Things

Juli 20th, 2007 Posted in Needful Things

Das Leben in den USA stellt einen vor so manche Herausforderung. Dazu gehören der Umgang mit Haushaltsgeräten, die Pflege des Rasens, das Geduldsspiel beim Autofahren und vieles mehr. Laßt Euch erzählen, was wir hier schon alles gelernt haben:

Gustls Kollegen haben uns alle darauf hingewiesen, daß in einer ordentlichen neighbourhood die Vorgärten IMMER gepflegt auszusehen haben. Der rückwärtige Garten interessiert niemanden, aber vorne rum hat es sauber und gut gestutzt zu sein. In einem Fall gab es wohl sogar ein Schreiben von der Gemeinde, man möchte doch mal den Rasen mähen, wie sähe das denn aus? Also haben die Schusters einen Rasenmäher gekauft, der mit Benzin betrieben wird, denn den Kampf mit dem Kabel, das hier mindestens vierzig Meter lang sein müßte, wollten wir uns nicht antun.

Das ist er also, ist er nicht hübsch?

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Das Betanken und Zusammenbauen haben Gustls ganze Kraft gekostet, aber der Kleine fährt dafür von selbst, man muß also wenigstens nicht schieben…

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Nachdem die Gefahr des nachbarlichen Unfriedens damit gebannt war, denn nun sah ja alles fein und decent aus…

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…haben wir beschlossen, uns an diesem Abend ganz besonders vernünftig zu ernähren.

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Am nächsten Tag kam ein Paket aus Deutschland an, wie sich herausstellte, hatte Claudia Babl daran gedacht, daß in einem neuen (naja, für uns neuen) Haus auch für gute Vibrations gesorgt werden muß. Die Liebe hat uns einen Buddha geschickt, der nun auf dem Kaminsims seinen Platz gefunden hat. Inzwischen ist er von Kerzen und Blumen umgeben, damit seine Kräfte richtig zur Wirkung kommen können. Claudia, Du bist ein Schatz!!!

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Am nächsten Abend haben wir uns einer sehr angenehmen Sache gewidmet, die in den Staaten eine lange und liebevoll gepflegte Tradition hat, dem Barbecue, oder auch BBQ. Auf unserem Kohlegrill mit Rauchfang haben angeblich 58 Hamburger Platz. Wir haben es mal bei zwei dicken Ribeyesteaks und Maiskolben belassen, denn man soll sich ja schließlich gesund ernähren.

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Bei den hiesigen Temperaturen gehören zu den needful things auf jeden Fall Klimaanlagen, die man direkt in die Fenster klemmt. Man muß dann allerdings seine Ansprüche in Sachen Ästhetik schon etwas zurückschrauben, und auch das ökologische Gewissen muß zum Schweigen gebracht werden, denn die Dinger sind erstens schrecklich häßlich und fressen zweitens furchtbar viel Strom.

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Ich hatte ja die Haushaltsgeräte erwähnt… Ich erzähle mal von der Waschmaschine. Also, Waschmaschine und Trockner stehen in unserem unheimlichen und nach Heizöl muffelnden Keller. Gottseidank sind sie in dem Teil des Kellers untergebracht, in dem man aufrecht stehen kann. Die anderen Kellerbereiche werde ich zu meiden wissen!

Der Trockner bläst die nasse warme Luft durch ein Rohr nach draußen und scheint pflegeleicht, wenn auch etwas eingestaubt zu sein. Dem Flusensieb bin ich erst mal mit Bürste und Wasser zu Leibe gerückt. Gerüchten zufolge bleiben die Fussel gerne in der Wäsche, deshalb werden hier prinzipiell Trocknertücher verwendet.

Die Waschmaschine ist ein Kapitel für sich… Man öffnet sie oben und hat dann freie Sicht auf die Schnecke in der Trommel. In der Mitte der Schnecke (da wo man auf dem Photo noch den Dreck sieht, der inzwischen entfernt ist!) füllt man den Weichspüler ein, in die dreieckige Öffnung rechts unten das Flüssigwaschmittel. Wenn man mit Pulver wäscht, tut man es direkt auf die Wäsche, die man vorher locker um die Schnecke drapiert. Und dann schalte man die Waschmaschine ein! Man hat dabei die Auswahl aus den Temperaturen „Hot-Cold“, „Warm-Cold“ und „Cold-Cold“. Man kann dann noch zwischen normaler Wäsche bis hin zu „delicate“ wählen und zieht dann an dem großen Knopf. Jetzt holt sich die Maschine Wasser direkt aus der Leitung. Dieses Wasser wird allerdings nicht zusätzlich erwärmt, sondern warmes Wasser ist eben so warm, wie es aus der Leitung kommt. Erstaunlicher Weise kann man den Deckel öffnen während die Maschine Wasser holt und wäscht. Wie das mit dem amerikanischen Sicherheitswahn zusammenpaßt hab ich noch nicht rausgekriegt, aber ich verspreche, meine Pfoten nicht reinzustecken während sich da was dreht!

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Ein Waschgang dauert übrigens maximal 20 Minuten plus Spülen und Schleudern. Interessanter Weise wird die Wäsche trotzdem sauber. Das mag allerdings auch an den Waschmitteln liegen, die extrem viel Bleiche enthalten. Für Buntwäsche gibt es welches ohne Bleiche, mal sehen, wie die Sachen nach einigen Malen Waschen aussehen…

Die Spülmaschine ist auch ein Thema für sich. Sie ist riesig und häßlich. Hier hat man gerne dunkle Fronten an den Geräten, gruselig… Aber unsere großen Teller passen rein, was schon mal ein Vorteil ist. Sauber werden sie allerdings nur, wenn man auf „heavy wash“ stellt. Und dann dauert ein Spülgang schon gerne mal zweieinhalb Stunden. Dabei macht die Maschine einen so ohrenbetäubenden Lärm, daß man meinen könnte, sie schleudert das Geschirr. Beim Trocknen steigt Dampf aus der Maschine, der die Küchenfenster beschlagen läßt.

Im Moment befindet sich gerade mein erster Kirschkuchen in den USA im Gasherd. Gas macht mich ja immer ein wenig nervös. Aber kochen und backen mit Gas ist sehr angenehm und die Gerüche, die aus der Küche in mein Arbeits-Schrank-Zimmer hochsteigen lassen mich hoffen. Die Kirschen sind hier übrigens auch größer als zu Hause.

Wie könnte es anders sein?