Inkens Welt

ehem. USA-Tagebuch
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Die USA sind das modernste Land der Welt. Full Stop!

September 7th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Ach, das wußtest Du noch nicht? Also wirklich, ab in die Ecke und schämen!!!

Wer sagt, daß Starkstromkabel und Telefonleitungen unterirdisch verlaufen müssen? Was ist denn schon ein kleiner Stromausfall von einer Dreiviertelstunde mitten im August? Jesus, dann klingelt der Wecker eben nicht! Mach Dich locker, buddy! Kauf Brennholz, Kerzen und Dosenfutter, der Winter wird hart!

Gaszähler an der zur Straße gewandten Außenseite des Hauses? Wie kann man so etwas exotisch finden? Wo sollen die denn sonst hin?

Und was hast Du denn an den Steckern auszusetzen? Mußt Du wirklich dieses satte Klick hören, wenn der Stecker die Steckdose beglückt? Schalt den Mixer ein, dann siehst Du schon, ob Strom fließt! Jesus, diese Deutschen nehmen es aber auch genau!

Lüsterklemmen? Pah! Kauf Dir Isolierband, Alter, das hält auch! No risk, no fun!

Wie jetzt? Zum Tanken von 9 Gallonen Benzin kürzer als zehn Minuten an der Zapfsäule stehen? Sag mal, verlangst Du da nicht ein bißchen viel? Dreh die Nase in die Sonne und get a tan!

Wieso sollte denn irgendjemand auch nur das geringste Bedürfnis verspüren, ein Formular online auszufüllen, um an den Führerschein zu kommen? Nu´ zick mal nicht rum. Ist doch viel persönlicher so, wenn jemand dafür bezahlt wird, Deine Daten von einem händisch ausgefüllten Formular abzuschreiben und in den Computer zu hacken. Wie, was Fehlerquelle? Amerikaner MACHEN KEINE FEHLER!!!

Was hast Du denn immer mit den Schlaglöchern? Fahr einfach relaxter, dann hast Du genug Zeit, ohne Blinken die Spur zu wechseln, wenn Du einem Bump, einer Autotür, einem Auspuff mitsamt Topf, einer Reifendecke oder einem toten Waschbären ausweichen möchtest. Und wenn nicht…? Augen zu und drüber! Mut zur Lücke, mein Lieber, sonst kommst Du hier nicht weit!

Und was faselst Du denn da immer vom Onlinebanking? Meinst Du nicht, Dein Vermieter freut sich, wenn Du ihm einmal im Monat per Post einen Scheck schickst? Mann, der will doch auch mal was anderes als Werbung im Briefkasten haben!

Und überhaupt, was ist das eigentlich für ein Gemecker über den Ikea-Lagerbestand? Meinst Du wirklich, die warten nur darauf, daß ausgerechnet DU daherkommst, um ihnen ein Billyregal abzukaufen?

Wie, Standardprogramm? Was hier Standard ist, hast nicht Du zu beurteilen, mein Lieber! Wir sind der Standard! Das weiß doch die ganze Welt! Und wer das noch nicht weiß, dem werden wir´s schon noch beibringen.

Nicht vergessen, mein Gutster, „There´s brave and there`s Army-brave“!

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Der Eisverkäufer ist da!

September 7th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Wenn es in der Lexington Road mal ganz still ist, also gerade niemand den Rasen mäht und auch keine Mülltonnen *klonkklonkklonk* über die Straße purzeln, kann es passieren, daß man mit einmal eine kleine Melodie hört, die immer näher kommt und sich auf hartnäckige Weise ins Unterbewußtsein bohrt. Diese kleine Melodie ist eine Mischung aus „Yankee Doodle“ und „Star spangled Banner“ begleitet von rhythmischem Klatschen. Erst wenn man schon fast glaubt, zu viel Kaffee getrunken zu haben oder sonstwie zu halluzinieren, wird einem klar, was da auf einen zukommt…

Der Eismann kommt!

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Gerüchten zufolge ist der Typ in dem kleinen Wägelchen, das sich im Schrittempo nähert, sehr unfreundlich. Kein Wunder, der hört dieses Gebimmel den ganzen Tag… Ich werd´ ihm mal was abkaufen, um aus eigener Erfahrung erzählen zu können.

Mehrere Wochen später:

Leider wird aus meinem Selbstversuch nichts, denn ich krieg nicht mehr mit, wann der Eiswagen kommt. Das hat auch seinen Grund. Im West Hartford Blog hab ich folgenden Fund gemacht:

Take that, Mr. Frosty!

From the latest West Hartford News:

In a lighter moment during this week’s meeting, Town Councilor Chuck Coursey reported that he and Mayor Scott Slifka met with the owner of Mr. Frosty Ice Cream, the local ice cream truck company, and requested that the volume of the music be turned down.
“The music is too loud,” said Coursey.
The owner of Mr. Frosty Ice Cream has agreed to turn down the volume 10 percent. Apparently, residents have been annoyed by both the volume and the song choice. Because many homeowners have central air conditioning, they keep their windows closed. To get the attention of ice cream lovers inside their homes, Mr. Frosty Ice Cream was playing the Disney song, “It’s a Small World,” louder than normal. “You may not love the jingle on the truck,” he said.

Personally, I’ve been ready to smash that damn truck’s sound system so 10 percent is not enough. But it’s better than nothing.

Was lernen wir daraus?

1. es war ein Disney-Song

2. gemeinsam sind wir unausstehlich!

Pump up the volume!

Juli 28th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Amerika könnte für meinen Geschmack insgesamt das volume mal ein bißchen runterdrehen.

Naturgemäß sind große Autos lauter als kleine Autos. Nun gut, damit komme ich klar. Aber warum genügt das leise, elegante Klicken der Schließanlage nicht, wenn man zusperrt? Warum muß das Auto noch zur Bestätigung hupen? Ich dachte eigentlich, daß Fahrzeugtechniker sich seit einigen Jahren mit dem Geräuschdesign im Auto beschäftigen. Die Geräusche, die ein Wagen nach außen hin macht, scheinen dabei keine Rolle zu spielen. 

Elektrogeräte wie Staubsauger, Klimaanlagen, Spülmaschinen und Kühlschränke brüllen glaub´ ich deshalb so, weil man wegen der nicht immer fest sitzenden Stecker sonst nicht weiß, ob sie an sind. Der Trockner piepst wenn er fertig ist. Und wenn man dann nicht gleich lossaust um ihn abzustellen, piepst er wieder und wieder und wieder und wieder und…

Noch schlimmer ist die Werbung. Grade hat man „Friends“ oder „The Simpsons“ auf die richtige Lautstärke für europäische Ohren eingestellt, schon kommt ein Werbeblock und ein Kerl namens Bob schreit „a queen size bed in solid mahagony for twelvehundred bucks! Drop in at Bob´s discount furniture and I will show you!!!“ Ich schrei´ Euch das mal vor, wenn wir uns sprechen, damit Ihr eine Vorstellung von meinem Schmerz bekommt.

Auch die Tiere sind hier lauter als zu Hause. Irgendwo um die Ecke wohnt ein Hund mit Asthma. Sein Bellen endet immer mit einem mitleiderregenden Japser, der mich glauben/hoffen läßt, daß dieses Geräusch bald sein Ende finden wird. Und Ihr glaubt ja gar nicht, wie laut kleine Hörnchen sein können! Diese Viecher jagen sich den ganzen Tag die Bäume rauf und runter und quieken und quietschen dabei, daß man das eigene Wort nicht mehr versteht.

Wenn Dienstags der Müll abgeholt wird, werden die Tonnen, die aus Plastik sind, nicht etwa zurückgestellt, sondern der Müllmann streckt den Arm aus und läßt die Tonne fallen. Das gibt schon mal ein hohles Geräusch von sich. Je nachdem, welchen Drall der Müllmann der Tonne noch mitgegeben hat, kullert diese noch ein paar Meter die Straße entlang. Das gibt dann in unserem Fall drei mal hohles Plumps plus dreimal hohles Knöckknöckknöck der kullernden Tonnen, die sich trotz ihrer abgerundeten Ecken ein paar mal um sich selbst drehen bis sie mitten auf der Straße zum Liegen kommen.

Ganz besonders laut sind aber die Amerikaner selbst. Die meisten reden ja durch die Nase, was jeder Stimme einen etwas höheren weil gequetschten Klang verleiht. Oft enden die Sätze mit einem Schwung nach oben, was per se jeder Aussage auch noch mal so einen letzten überdeutlichen Kick versetzt. Aber die Amis drücken noch mal extra auf die Tube, und das Ergebnis sind dann Unterhaltungen in Tonhöhen und Lautstärken, daß man meinen könnte, daß die Leute hier immer streiten. Ein besonderes Erlebnis sind Gruppen von zwei oder mehr weiblichen Teenagern. Synchronquieken und -quietschen, denn man läßt sich hier nicht ausreden! Offenbar versucht man hier auch Wege zu sparen, indem man sich einfach über mehrere Gärten (gerne unseren, wenn ich lesend auf der Schaukel sitze, grrrrr!) hinweg zuruft, nein zuschreit. Und wenn der Angeschrieene nicht gleich antwortet, schreit man eben noch lauter.

Ich hoffe ja sehr, daß meine Nachbarn kein Problem damit haben, wenn ich mal die Musik lauter stelle. Es bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, wenn Dienstag vormittags der Geschirrspüler läuft während ich mit Eureka kämpfe und der Müll abgeholt wird…

 

Fahr´n fahr´n fahr´n, auf der Autobahn…

Juli 26th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Gleich vorweg: wer in den nächsten Tagen mal mit mehr als hundertzwanzig Sachen über eine der gut ausgebauten Autobahnen rund um München, Linz, Wien, oder Braunau unterwegs ist, bitte denk´ an mich und freu´ Dich! Hier darf man nämlich nicht schneller als 65mph… Laaaaangweiliiiiiiiig!!!

Ja, Autofahren ist mein Thema heute, richtig geraten.

Daß Autos hier groß sein müssen, hatten wir ja schon. Aber wozu man hier mehr als 75PS braucht, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Autofahren gehört hier, zumindest auf den Highways, zu den langweiligsten Dingen, die man sich vorstellen kann. Man zuckelt mit höchstens 100km/h auf der Mittelspur vor sich hin, wird bei Gelegenheit von LKW überholt, die es dann doch eiliger zu haben scheinen als man selbst. Und vor allem hören die Jungs den Polizeifunk ab, die wissen wo die Bullen stehen. Wenn man dann mal links, rechts, hinten und vorne so einen Truck hat, sollte man lieber kein ängstlicher Typ sein, sondern lieber schauen, daß man ungeschoren aus der Sache rauskommt. Auch wenn man nur einen von der Sorte hinter sich hat, der im Rückspiegel immer größer wird, macht man besser Platz, denn es erscheint mir so, als würden die nur ungern wegen mir bremsen. Also gebe ich nach. Ach ja, das bringt mich zum „Vorfahrt gewähren“-Schild, da steht hier manchmal noch zusätzlich „yield“ drauf, was unter anderem „nachgeben“ heißt. Das finde ich nett, denn ich geb´ doch viel lieber nach als daß ich jemandem was gewähre. Da kann ich mich großzügig fühlen und das trägt zum „feel-good“-Faktor, der hier eine große Rolle spielt, enorm bei.

Bleiben wir mal auf dem Highway. Also Highway ist hier eigentlich alles, was zwei Spuren und mehr hat und über eine Nummer verfügt, wie zum Beispiel I84. Das mit den Nummern macht mir das Leben nicht eben leicht, ich weiß bis heute nicht, ob die A99 nun die nach Stuttgart ist, oder die nach Hinterposemuckel. Und hier stehen nur Nummern, ab und zu mal eine Ortsangabe, aber sehr selten. Wenn man in Deutschland am Handy gefragt wird, wo man gerade ist, konnte man zumindest sagen „so ungefähr zehn Kilometer hinter Adelshausen“. Hier weiß man im Grunde nie so genau, wo man ist. Zumal auch noch alles gleich aussieht, zwar hübsch grün und ländlich größtenteils, aber eben überall. Ich muß mir also nun Buchstaben-Zahlen-Kombinationen merken. Eine große Herausforderung!

Die ungeschriebene Regel lautet: in der Mitte fahren die, die noch eine Weile geradeaus unterwegs sind. Links fahren die vorbei, die entweder angeben wollen (kennt man ja auch in Deutschland. Ich hab auch immer gerne angegeben, hier trau´ ich mich nicht, brauche mein Geld für´s Shoppen!), oder es eben einfach eiliger haben, oder auf die Geschwindigkeitsbeschränkungen generell pfeifen, und das sind die meisten. Rechts fahren die, die aus irgendwelchen Gründen langsam sind (heavy load, Fahrer über 80 und blind, usw.). Die rechte Spur ist für Noch-eine-Weile-geradeaus-Fahrer vor allem deshalb nicht zu empfehlen, weil es unsäglich viele Auffahrten gibt, jede größere Straße hat ihre eigene Auffahrt. Die Auffahrt auf den Highway funktioniert im Prinzip wie in Deutschland, der der schon oben ist hat Vorfahrt. Außer der Auffahrende hat den stärkeren Motor (ah, da kommen endlich die PS ins Spiel, Schreiben bringt Erkenntnis!). Und bevor ich mich da zum rechthaberischen Ekel entwickle, werde ich eben das, was ich zu Hause so gehaßt habe: ein Mittelspurschleicher! Da das Überholen aber hier auf beiden Seiten erlaubt ist, stört man tatsächlich niemanden damit. Auf längeren Strecken, zum Beispiel auf der 9 in Richtung Meer (ätsch!), drückt man auf die cruise control und kann sich beim Autofahren auf das Lenken konzentrieren. Ist auch gut so, denn bei Automatik langweilt sich das linke Bein und hat mit Tempomat endlich seinen besten Freund, das rechte Bein, wieder zum Spielen. Was die beiden dann da unten genau treiben, will keiner wissen. Aber praktisch ist es schon, falls es mal an der Fußsohle juckt, kann man kratzen ohne eine Massenkarambolage zu verursachen.

Man orientiert sich hier nach den Himmelsrichtungen. Ist ja im Prinzip auch nicht falsch. Es stellt sich nur die Frage, wenn man nicht die Karte von ganz Connecticut auswendig kennt, woher soll man dann wissen, ob man nun nach Süden oder Norden muß? Wo ich gerade bin krieg´ ich bei Sonnenschein ja gerade noch ausgerechnet (im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, rhabarberrhabarber). Aber wenn ich in West Hartford bin, woher soll ich dann ohne Kenntnis einer Karte wissen, ob ich nun nach Newington über die 91 south oder die 91 north komme, und wenn es dann überhaupt nicht die 91 ist? Mein bester Freund hier heißt deshalb TomTom und spricht mit weiblicher Stimme (sie heißt Lisa) mal lauter, mal leiser, mal freundlich, mal fordernder zu mir. Verwirrende Ansagen wie „nehmen Sie die Ausfahrt links und nehmen Sie die Ausfahrt rechts“ sind auch keine Anzeichen eines beginnenden Schizophrenie-Virus meiner kleinen Navigatorin, sondern erschließen sich als durchaus logisch, wenn man die Strecke mal selbst kennt, weil man sie inzwischen hundert mal gefahren ist. Ob man dann noch TomTom braucht? Naja, sicher ist sicher und Lisa hat eine hübsche Stimme.

Der Fahrstil der Amerikaner ist vor allem relaxt. Wenn ich nicht manchmal hupen würde, würde hier in West Hartford gar niemand hupen. Aber ich kann nicht anders. Ich krieg´ das mit der Geduld einfach nicht hin, wenn die Ampel auf grün springt und sich niemand bewegt. Ich mein, die müssen doch nur von der Bremse runter und auf´s Gas. Die PS dafür haben sie. Man muß doch noch nicht mal den ersten Gang suchen, verflixt noch mal! Aber nein, alles easy, dann kommen beim links Abbiegen halt nur drei Autos über die Kreuzung, wo in München sich während einer Grünphase schon ganze Staus auflösen, bilden sich hier während einer Grünphase völlig neue Staus. Und die Länge der Grünphasen ist gigantisch, allerdings auch die der Rotphasen…

Abbiegen ist überhaupt so ein Thema. Links abbiegen tut man hier anders als zu Hause. Also natürlich lenkt man nach links (Wolfram, DEN Kalauer gönne ich Dir einfach nicht!). Aber erstens tut man das wie beschrieben seeeehr laaaangsaaaaam und außerdem, auch wenn sich das auf den ersten Blick widerspricht, gerne noch knapp vor dem Geradeausverkehr. Die Linksabbieger haben hier oft etwas früher einen grünen Pfeil als die geradeaus Wartenden, das ist sehr praktisch, wenn man hinter den Linksabbiegern steht oder selbst einer ist, kann aber gefährlich werden, wenn man ihnen entgegenkommt. Da wird Aufpassen plötzlich recht wichtig. Rechtsabbiegen dagegen ist ein Traum! Man darf es immer, außer es ist per Schild verboten: „No turn on red!“ Kein Nachdenken, ob man grün hat, oder ob da ein Rechtsabbiegepfeil ist. Wenn es nicht per Schild verboten ist, darf man rechts abbiegen. Die Spur sollte halt frei sein, sonst scheppert´s auch hier, vielleicht relaxter, aber trotzdem bumm. Allerdings kann mir keiner weis machen, daß man zum Rechtsabbiegen unbedingt nach links ausholen muß. Sie tun es trotzdem.

Fahren in der Stadt ist ein rechtes Geduldsspiel. Aus Sicherheitsgründen kommen einem Fahrradfahrer auf der eigenen Spur entgegen, also nicht auf ihrer eigenen, sondern AUF MEINER EIGENEN!!! Die meisten wackeln dabei, weil sie ja relaxt sind und nur gaaaanz laaaangsaaaam fahren. Nicht schön.

Fußgänger überqueren Straßen wie? Richtig! Gaaanz laaaangsaaaam! Mir ist auch schon passiert, daß eine Horde Mädels vor meinem Auto stehen geblieben ist und mitten auf der Straße ein ganz bestimmt super wichtiges Thema ausdiskutiert hat. Mein Hupen hat mir entsetzte Blicke eingebracht. Die waren wirklich entsetzt, nicht irgendwie Stinkefinger zeigend empört, sondern einfach überfordert von so viel Rücksichtslosigkeit. Ich habe daraus gelernt, mich an „yield“ erinnert und mich bei dem Gedanken, doch die Gescheitere zu sein unheimlich wohl gefühlt. Seien wir mal ehrlich, einfach drüber zu fahren bringt ja auch nur Ärger. Man hat es als Fußgänger auch nicht leicht in den USA. Erstens ist man hoffnungslos in der Unterzahl, zweitens korrespondieren die Fußgängerampeln nicht mit Verkehrsampeln (was mich fertig macht, denn in München konnte man sich darauf verlassen, daß kurz nach der Fußgängerampel auch die Verkehrsampel rot wird. Das machte die Entscheidung, ob man bremst oder Gas gibt, um noch bei Gelb drüber zu kommen, sehr viel leichter!) und drittens sind die Fußgängerampeln derartig lange rot, daß selbst der größte Starbucks-Cappucino kalt wird bis man drüber darf, um endlich wieder in die heimelige Sicherheit seines Wagens zu fliehen. Und um die nicht zu häufig verlassen zu müssen, gibt es Drive In-Geldautomaten, Drive In-Starbucks, Drive In-Telefone und Drive In-Apotheken.

Außer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen hält man sich hier recht brav an die Regeln. Ein Schulbus mit nach links ausgeklapptem Stopschild bringt allen Verkehr zum Erliegen. Egal, in welche Richtung man fährt, man hat stehen zu bleiben. Böse Zungen behaupten, das funktioniert nur, weil man die Anzeige von empörten Eltern fürchtet… Ist aber eigentlich wurscht, hauptsache es funktioniert.

Es gibt hier auch Kreuzungen, an denen an allen vier Einmündungen ein Stopschild steht. Scheint das Pendant zum in Großbritannien so beliebten roundabout zu sein. Die Regel sagt, wer zuerst an der Kreuzung war, darf auch zuerst wieder losfahren. Auch das funktioniert gut. Wenn man mal gleichzeitig mit jemandem an so einer Kreuzung ankommt, wird einem oft mit Handzeichen bedeutet, man solle fahren. Ich finde das sehr rücksichtsvoll und freundlich. Man ist hier überhaupt sehr rücksichtsvoll und freundlich. Das ist wiederum angenehm, wenn man mal selbst mal (!) überhaupt keine Lust hat, schon wieder rücksichtsvoll und freundlich zu sein.

Diese Eigenschaften hebe ich mir lieber für die Spurwechsel im Berufsverkehr rund um Hartford auf, denn da kann ich sie wirklich brauchen! Wow, da geht die Post ab! Die „lassen“ einen hier nicht, wie man es sonst kennt, sondern die Rücksichtnahme und Freundlichkeit beschränkt sich darauf, daß man mir nicht den Kofferraum eindellt, wenn ich todesmutig die Spur wechsle, obwohl da eigentlich gar kein Platz für mich ist. Aber das machen hier alle so. Nach einer Weile bleiben die Angstschweißperlen aus. Auch daran, daß man den Spinat vom Mittagssandwich des Fahrers hinter einem deutlich in seinen Zahnzwischenräumen sehen kann, gewöhne ich mich langsam. Die fahren hier unheimlich dicht auf, was ich ja nicht besonders mag, aber so isses nun mal.

Autofahren ist selbstverständlich ein enorm wichtiges Thema in den USA. Öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie gar nicht. Und die Entfernungen sind zum Teil sehr groß. Man würde deshalb erwarten, daß man sich um alles, was mit dem Auto zu tun hat auch liebevoll kümmert. Weit gefehlt!!! Die Autos sind teilweise in bemitleidenswertem Zustand. Ein Pendent zum TÜV gibt es nicht. Und deshalb fährt hier alles, was das noch einigermaßen hinkriegt. Bis dann der erste Reifen platzt. Ich habe in meiner gesamten Autofahrerkarriere noch nicht so viele Reifendecken am Straßenrand oder mitten auf der Fahrbahn gesehen wie hier in einem Monat! Auch ganze Autotüren ohne dazugehöriges Auto wurden schon auf der Fahrbahn gesichtet. Wenn die Karre dann mal gar nicht mehr geht, stellt man sie auf den Pannenstreifen, markiert sie mit einem orangenen Fähnchen oder Aufkleber und macht sich davon. Entweder werden die dann von jemandem abgeholt, oder sie rosten einfach weg, das weiß ich noch nicht so genau.

Ähnliches gilt für die Straßen. Auf dem Highway kann man ohne weiteres in ein zehn Zentimeter tiefes Schlagloch rumsen. Meistens steht auf Höhe des Schlaglochs ein Schild, das vor diesem „dump“ warnt. Jo, hab ich gemerkt, danke für die Info. Die Straßen sind in so erbärmlichem Zustand, daß man gerne mal mit einem Töpfchen dampfenden Teers in der Hand einen Spaziergang machen möchte. Das gilt auch für die im Grunde recht reiche Stadt Hartford. Es gibt zwar immer mal wieder Schilder, die auf Straßenarbeiten hinweisen, da stehen dann auch Arbeiter und regeln den Verkehr. Aber direkt arbeiten hab´ ich da noch keinen gesehen. Dafür fallen die Geldbußen doppelt so hoch aus, wenn man in einer Baustelle zu schnell fährt. Naja, das tut man ja auch nicht!

Alles in allem ist Autofahren in Amerika auch keine größere Herausforderung als in Deutschland, wenn man sich einfach angewöhnt, die Dinge so zu machen, wie es die Amis tun. Wie ich mich allerdings nach unserer Rückkehr wieder daran gewöhnen soll, rechts zu fahren, nicht rechts zu überholen und beim Abbiegen an den Fahrradweg zu denken, das weiß ich noch nicht. Mit dem schnell Fahren werde ich wohl keine Schwierigkeiten haben, wie ich mich kenne.

Meine Hausaufgaben für die nächsten Wochen sind also:

Highwaynummern merken

Karte von Connecticut studieren

Meditieren für die Geduld

Konsum

Juli 19th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Wir sind im Land des Konsumwahns angekommen, was ja nun keine überraschende Erkenntnis ist. „Take two pay one“ ist der Standard, man steht dann mit mehreren Gallonen Milch an der Kasse und zwei Honigmelonen, von denen man schon weiß, daß man eine davon wegschmeißen wird. Man kauft mehr und gibt mehr aus. In diese Falle gerät man natürlich nicht nur beim Milchkauf. Viele Amerikaner sind hoffnungslos überschuldet, kaufen alles auf Pump und die Schuldenspirale dreht sich unaufhörlich weiter. Kein Wunder, daß ständig Reklame für Unternehmen läuft, die versprechen, den Menschen aus diesem Teufelskreis rauszuhelfen. Ob es funktioniert, ist eher fraglich.

Generell ist auffällig, wofür hier wie geworben wird.

An erster Stelle kommen die Autos. 0%-Finanzierung ist hier der Standard. Und so glaubt natürlich jeder, sich den dicken Range Rover oder den 5er BMW leisten zu können. Und groß muß die Kiste ja auf jeden Fall sein, auch wenn man kinderloser Single ist, muߠmindestens ein Station Wagon her.

Gleich danach kommen Essen und Trinken, aber da wird nicht eine bestimmte Marke Pudding oder Reis beworben, es geht eher um die unglaubliche und total neue Gemütlichkeit, die man im selbstverständlich unvergleichlich familienfreundlichen Restaurant XY genießen kann, in dem die besten Köche der Welt die einzig originale Steinofenpizza backen, die man sein Leben lang nicht vergessen wird. Hand in Hand damit geht Werbung für Medikamente gegen Sodbrennen. Sodbrennen scheint hier eine Volkskrankheit zu sein.

Waschmittelwerbung und ähnliche deutsche Klassiker sieht man kaum. Worauf aber Verlaß ist, ist Werbung für Putzmittel, die garantiert sogar Keime keimfrei bekommen. Die Angst vor airborne infection oder vor Keimen aller Art hat was von paranoider Schizophrenie. In den Toiletten von Restaurants (und dem was sich dafür hält…) hängen immer Schilder mit der Aufschrift „Angestellte MÜSSEN sich die Hände waschen“, ein Schild zeigt sogar eine detaillierte Beschreibung, wie das vonstatten zu gehen hat. Ich versuche noch, ein Photo aufzutreiben… Nebenbei bemerkt wäre es bei manchen Toiletten nicht schlecht, wenn die Angestellten vor dem Händewaschen mal die Klos putzen würden (hierzu werde ich mir die Photos sparen). Auch Produkte, die einen vom Schwitzen abhalten sollen sind sehr beliebt. Man schwitzt hier nicht, wer schwitzt ist arm und kann sich offenbar keine aircondition leisten. Fußpilzcreme, elektrische Enhaarungsgeräte, Raumduftsprays und Geruchskiller, Intimpflegemittel für Frauen, alles Dinge, auf die man auf keinen Fall verzichten kann, offenbar auch dann nicht, wenn man sich regelmäßig wäscht und sein Haus putzt und lüftet.

Medikamente sind Bestandteil der täglichen Ernährung. Ein paar Aspirin zum Frühstück können sowieso nie schaden. Unfallchirurgen mögen das anders sehen, aber Aspirin muß einfach sein, denn die Angst vor Herzinfarkt oder Schlaganfall ist allumfassend. Die typisch männlichen Dysfunktionen sind auch Inhalt so manchen Spots. Es wird mit einer Kugel grauer Knetmasse gezeigt, wie groß so eine Prostata werden kann und wie sie wieder schrumpft, wenn man eine bestimmte Pille schluckt. Ich rate Euch Jungs, eßt Kürbiskernöl! Diese anschauliche Präsentation durch einen ehemaligen Präsidentschaftskandidaten ist nicht nur unappetitlich, sie macht die Schmerzen so drastisch deutlich, daß sogar ich anfange, auf dem Stuhl hin- und herzurutschen, wenn ich das sehe, und ich glaube, ich habe dieses Organ gar nicht… Paßt gut auf Euch auf und geht regelmäßig zum Arzt, auf Knete rumdrücken hilft nämlich gar nicht! Viagra und Cialis werden beworben, indem Paare gezeigt werden, die sich glücklich und ein ganz klein wenig lasziv anlächeln, nicht zu sehr natürlich, nur so, daß man merkt, was sie jetzt gleich tun werden, in ungefähr einer halben Stunde, wenn man der Stimme aus dem Off glauben darf. Impfungen gegen alle möglichen Arten von Krebs sind auch ziemlich angesagt, man soll seine Töchter auf jeden Fall frühzeitig gegen Gebärmutterkrebs impfen lassen, heißt es. Ich wußte nicht, daß das geht, aber ich lerne ja noch. Fußpilz und Sodbrennen hatten wir ja schon weiter oben. Herpes ist auch so ein Ding, wogegen man offenbar nur mit der pharmazeutischen Keule ankommt. Und Diätpillen ersetzen ganze Mahlzeiten und machen auch gar nicht abhängig. Man soll aber lieber doch nach vier Wochen mal mit seinem Arzt über Tablettenmißbrauch sprechen, wär schon besser! Ob hier alle so froh und glücklich sind, weil sie mit Hilfe all der segensreichen Produkte immer gesund sind, oder ob das Zusammenspiel aller Nebenwirkungen plus den Dämpfen aus den Lufterfrischern ein Dauergrinsen in die zahnregulierten und nasenoperierten Gesichter zaubert, hab ich noch nicht rausgefunden. Ich tendiere in diesen Dingen nicht zu Selbstversuchen…

Hier werden nicht so sehr Marken beworben wie in Deutschland, kein Persilmann, keine Clementine, kein Melittamann. Hier gibt es Spots für Restaurantketten wie „Ruby Tuesday“, „Dunkin Donuts“, oder die bekannten Fast Food Läden. Baumärkte machen auch viel Werbung. Do it yourself ist sehr im Kommen. Bei „Lowe´s“ steht an den Kassen ein riesiges Regal mit Selbermach-Ratgebern für alles und jedes. Wenn man da mal stöbert, könnte man meinen, daß jede amerikanische Wand in einem anderen Pastellton gestrichen ist, jede Veranda selbst gezimmert wurde und zwar in der kürzest vorstellbaren Zeit für absolut kein Geld und mit dem kleinsten Aufwand, den man sich nur vorstellen kann. Das Werkzeug, das man dafür braucht bekommt man selbstverständlich hier bei „Lowe´s“…

Vergnügungsparks sind auch ständiges Thema in den Werbepausen (das Programm unterbricht hier eigentlich die Dauerwerbung, um das mal gleich klarzustellen!). „One-day-getaway“ ist ein Schlagwort, das ich gerade kennengelernt habe. Da man hier nicht viele Urlaubstage hat, müssen diese mit der Familie intensiv genutzt werden. Da gibt es Supersonderangebote für Familien. Man sieht glückliche Eltern mit selbstverständlich fröhlichen Kindern Schokoladeneis mit Schokoladenstückchen und Schokoladensauce oder auch Zuckerwatte in Pastelltönen („Lowe´s“???) essen. Danach sitzen alle hysterisch kreischend in den Coastern und niemand kotzt. Man kotzt hier nicht. Man nimmt einfach eine Pille, dann kann man den Vierfachlooping überstehen, ohne sich all den billigen Süßkram noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Kinder sind eine stark umworbene Zielgruppe. Man weiß um die Kaufkraft und die mühsam anerzogene Tyrannei des kleinen Volkes. Also werden Kinder in fast allen Spots zu Hauptdarstellern (nicht so sehr bei Prostata-Medikamenten…). Ich kann mir vorstellen, daß man recht schnell den Ruf einer schlechten Mutter weg hat, wenn man nicht die richtigen Junior-Tüten-Figuren aufzutreiben weiß.

Eigenartig ist die Farbgestaltung der Werbespots. Natürlich ist alles etwas greller als wir es gewöhnt sind. Aber besonders unangenehm weil unnatürlich sind die Filter, die offenbar für Hauttöne eingesetzt werden. Es scheint, als gäbe es keine wirklich dunkelhäutigen Afroamerikaner, sie sind immer appetitlich schokoladenbraun. Die Weißen sind dafür eher dunkel, denn braungebrannt ist Standard (auch wenn Hautkrebs immer wieder ein Thema der Reklame ist). Wenn nicht braungebrannte Weiße gezeigt werden, sind sie rosa. Rosa scheint hier das Synonym für Reinheit und Unschuld zu sein. Kinder sind deshalb rosa-blonde Schokolade fressende Grinser, die sich vorzugsweise in Roller Coastern vergnügen, nicht ohne vorher gegen Gebärmutterkrebs geimpft worden zu sein, oder ein Anti-Vomit-Mittel eingeflößt bekommen zu haben.

So, genug Klischees gedroschen für heute. Ich gehe jetzt in mein keimfreies Bett und nehm noch ein Aspirin, damit mir heute Nacht nicht etwa der böse Prostata-Teufel in die Schweißdrüsen meiner Füße schlüpft. Am Ende bekommt man davon einen Schlaganfall!

Schlaft gut und sweet dreams!

 

Convenience

Juli 10th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Convenience bedeutet nicht einfach Annehmlichkeit oder Bequemlichkeit, nein, sie ist vielmehr ein Zustand, eine Lebenseinstellung, eine Philosophie, von der man nur allzu leicht verführt wird.

Warum warten bis der Container mit dem so geliebten Ananasschneider da ist? Kauf die slices abgepackt und 7 Jahre haltbar!

Wer schneidet heute noch Tomaten und Mozarella? Kauf sie vorgeschnitten in einem cleanen Styroporschälchen mit glänzender Folie!

Stören die Knochen im fingerfood? Kauf Dir die knochenfreien chicken wings. Der Hersteller hat sicher keine Probleme mit Klagen über verschluckte und quer sitzende Hühnerbeine.

Pizza ist eine Scheibe? Irrtum, Pizza ist eine selbstgewählte Zusammenstellung vorgeschnittener Teigecken mit variablem Belag.

Pastasauce selbst kochen? Wer macht denn so was?

Augenbrauen mit der Pinzette zupfen? Warum die Finger mehr als nötig bewegen, der elektrische Zupfer kostet nur 19,99 Dollar, und man muß nicht mal aus dem Haus dafür, man ruft an und bestellt ihn overnight.

Taschen und Liegen an den Strand schleppen? Ha, da fahren wir mit dem 4wheel-drive doch direkt bis an die Waterkant und liegen auf der Ladefläche des pick up. Da kriegt man auch keinen Sand in die chicken wings.

Aber um nicht ungerecht zu sein, mancher convenient Gedanke erscheint mir durchaus nachahmenswert. Man darf hier zum Beispiel immer rechts abbiegen, egal was die Ampel sagt. Nicht erlaubt ist es nur, wenn es per Schild verboten ist. Keine Nachdenkerei, ob der Rechtsabbiegepfeil nun nur ein Schild ist, oder eine Ampel, und ob deshalb unterschiedliche Regeln gelten.

Ebenso angenehm wird nach kurzer Zeit die freie Wahl der Fahrbahn. Notorische Mittelspurfahrer gibt es praktisch nicht, denn auch wenn die meisten die mittlere Spur wählen, stört das niemanden. Man fährt eben rechts vorbei.

Aber ums Autofahren wird es noch mal in einem eigenen Beitrag gehen, da gibt es noch viel zu entdecken…

Convenience aber bleibt to be continued, denn DAS ist eindeutig mein Lieblingsthema!

 

Size doesn´t matter?

Juli 10th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Es ist an der Zeit, mit einer dieser Lügen aufzuräumen, die sich sehr hartnäckig halten. Tut mir wirklich leid, Jungs…

Size does matter!

Und Größe scheint hier in den USA für alles das Hauptkriterium zu sein.

Autos zeichnen sich hier durch ihre erlesene Häßlichkeit aus, was aber nichts ausmacht, solange sie GROSS sind. Man muß ja schließlich zusätzlich zur Familie noch die Einkäufe unterbringen und den Kinderwagen und den Grill und und und… Natürlich haben auch Grill, Kühlbox und sonstige Strandutensilien enorme Ausmaße. Aber unschlagbar sind die RV´s, die Recreational Vehicles. Jeder durchschnittliche Holländer würde vor Neid noch mehr erblassen beim Anblick dieser mobile homes. Es handelt sich im Grunde um Wohnmobile, aber tatsächlich sind es mobile Wohnungen, die alles zu bieten haben, was man im Urlaub normalerweise zu Hause läßt. Ich werde versuchen, an Photos zu kommen, es ist wirklich beeindruckend!

Größe ist auch bei Nahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs das auszeichnende Kriterium. Es wird nicht so sehr auf Güte, Frische, Herkunft oder Brauchbarkeit hingewiesen, sondern auf das außergewöhnliche Volumen der Milchkanister, die überirdische Dicke des Steaks, den besonders langen Stiel des Besens, die ganz wunderbare Breite der Saugfläche des Staubsaugers, den straußeneigleichen Umfang der Eier und die ganz besonders angenehme Breite der Parkplätze vor dem Supermarkt oder Restaurant. Und das gipfelt dann noch darin, daß man nicht eine Gallone Milch kauft, sondern mindestens zwei, denn im Hartford Courier gibt es wunderbare Coupons, die einen dazu berechtigen, beim Kauf von zwei Kanistern eine Tüte Kakao dazu zu nehmen, natürlich for free. Daß die Ausmaße der Kühlschränke hier einer Studentenbehausung in München gleichen versteht sich von selbst.

Man bekommt wirklich Sehnsucht nach kleinen, süßen Dingen, einen halben Liter Milch, 50 Gramm Salami oder sogar nach einem zu besonders gefinkelten Lenkmanövern verführenden Parkplatz hinter dem Viktualienmarkt…

Gut, daß ich groß bin!