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…Und so ging’s weiter…

Oktober 10th, 2012 Posted in Allgemein, Meerschweinchen

Ihr kennt ja bereits meine Affinität zu Baumärkten und den spannenden Gesprächen, die man dort mit den Mitarbeitern führen kann. Nun, ich wäre nicht ich, wenn es da nicht eine Fortsetzung gäbe.

Am Dienstag sollte meine Lieferung mit den Einzelteilen für den Meerschweinchenstall zwischen 8:00 Uhr und 10:30 ankommen. Da ich eine Freundin erwartete, um ihr meine Buchhaltung mal vorzuführen (wer über den Kauf eines Thermomix nachdenkt, ich kenn da jemanden!!!), war ich also sowieso daheim. Der Mensch von der Spedition sollte vorab noch mal anrufen. Also wurschtelte ich so haushaltsmäßig vor mich hin und war eine Weile im Keller mit der Wäsche beschäftigt. Und wie es der Teufel haben will, hat der Typ natürlich genau in den zehn Minuten angerufen, festgestellt, dass keiner ans Telefon geht und daraus messerscharf gefolgert, dass auch niemand zu Hause sei. Nö, is klar.

Ein paar Anrufe später, die ich hier nicht wiedergeben mag, weil ich nicht sehr stolz auf meine Ausdrucksweise bin, hatte ich den Fahrer des LKW am Rohr. Er behauptete steif und fest, er hätte geklingelt. Meine Klingel weckt Tote. Sogar meine Nachbarn wissen, wenn bei mir jemand klingelt. Also? Naja, wie auch immer… Er meinte, er brächte um die Mittagszeit die Sachen zurück zum YippieyayayippieyippieyeahMarkt, und die würden dann schon noch liefern können. Grrrrrrr!!!!!!! Am Abend wollte Jörn zum Schrauben kommen. Würde das alles noch klappen? Und wann sollte ich die Schrauben, Latten, Teichfolie, Tacker und sonstigen Kram kaufen, für den mir bei meinem letzten Trip am Ende die Kraft fehlte? Wie kurz doch so ein Tag wird, wenn es einem die Planung zerschießt…

Schicksalsergeben trank ich also mit Diane Kaffee und wir diskutierten über Umsatzsteuervoranmeldung, Gewerbesteuer und sonstige Weiberthemen, als am Esszimmerfenster ein Männchen erschien, das eine Karre hinter sich herzog, auf der Holzplatten zu sehen waren. UND ES KLINGELTE. Wie immer war die Klingel so laut, dass wir auf unseren Stühlen hüpften vor Schreck. Soviel dazu. Aber wer beschwert sich, wenn dann doch noch alles gut wird? Das übrigens zahnlückige Männchen war tatsächlich in der Lage, selbstständig zu entscheiden, am Ende seiner Tour noch mal bei mir vorbeizufahren. Hatte ihm ja auch tränenreich von der Aussicht auf drei heimat- und obdachlose Meerschweinchen erzählt und einen auf hilfloses Weibchen gemacht. Langsam frag ich mich, warum ich diesen Trick immer so verteufelt hab, er funktioniert nämlich ganz wunderbar!

Ich hatte nun also alle Platten und die Plexiglasscheibe. Nun fehlte noch das Zubehör. Diane düste ab, um ihr Kind einzufangen, ich düste los, um mich in Sachen Holzschrauben und Teichfolie zu informieren. Am Infoschalter saß der gleiche Herr, den ich von meinem ersten Erlebnis schon kannte. Er grinste mir entgegen und winkte mich ran, begrüßte mich mit Handschlag und Namen und wollte wissen, ob alles geklappt habe. Ich kippte fast aus den Latschen vor Überraschung und blieb bei meiner Strategie, stellte mich doof und ließ mir einen Schraubenfachmann schicken. Das war auch wieder ein ganz Lustiger. Auf meine Bitte ”Ich brauche Holzschrauben, um MDF-Platten zu verschrauben. Und ich weiß nicht, welche ich da am besten nehme. Können Sie mir da helfen?” kam die Antwort “Das weiß ich nicht, aber ich werde es probieren.” Muss ich mehr sagen? Die Schrauben waren jedenfalls im Endeffekt zu kurz…

So, nun also heim mit der Beute, zur Abwechslung mal arbeiten.

Hier noch mal die einzelnen Schritte zum Meerieigenheim:

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Als ich noch dachte, das wäre alles ganz einfach…

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Als ich langsam erkannte, dass das nicht so leicht zu wuppen sein würde, jedenfalls nicht allein…

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Als ich sehr ängstlich erst mal gekuckt habe, ob das überhaupt alles passt…

Noch einmal die Bilder von den Schweinchen angekuckt, um mich zu versichern, dass mein Projekt einen höheren Sinn hat…

Chica01 Flocki02 Speedeline01

…mich erneut in die drei kleinen Monster verliebt und entschieden, dass ich das Richtige mache.

Gegen sieben kam dann “Bob the Builder” Jörn. Bewaffnet mit Akkubohrer, unendlicher Geduld, enormer Leidensfähigkeit und guter Laune verbreitete er eine Zuversicht, der ich mich nicht entziehen konnte. Alles würde nun gut werden.

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Hier waren wir schon fertig, und er konnte immer noch grinsen.

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Eing’streut is! Wie gut, dass man die Falten in der Folie unter der Streu nicht sieht. Übrigens, wenn jemand Euch sagt “Kaufen’s g’scheiter den teirern Tacker, da hoit ois damit.” – GLAUBT ES NICHT!!!

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Jetzt kommt noch kuschelige und Versteckmöglichkeiten bietende Möblierung rein, und dann können sie kommen, die Wurschtel, und sich nach Herzenslust austoben!

Ach so, ja, natürlich war ein Brett zu kurz. Herr Zuschneider ist jetzt endgültig aus meinem Nachtgebet verbannt. Möge sein nächster Schi** ein Igel sein! Ich muss also noch einen 2cm breiten Spalt abdichten, keine Ahnung wie. Vielleicht spreche ich auch einfach mit Piri, Ginger und Oreo und erkläre ihnen, dass sie da bitte einfach ein bisschen vorsichtig sein sollen und nicht zu viel Streu durch den Spalt wuscheln sollen. Die verstehen das sicher.

Ja, es gab natürlich auch Kollateralschäden. Beim Ausstieg aus dem Bau hat mein großer Zeh die Plexiglasscheibe touchiert. Hat geblutet wie Sau. Wir haben also gleich mal Jörns ErsteHilfeKünste getestet. Leider durchgefallen, lieber Jörn, bleib lieber beim Bohrer! Latschenkiefer gegen QuadratlatschenAua konnte ich ihm gerade noch ausreden. Wie ich mit dem kunstvollen Verband in einen Schuh reinkommen soll, weiß ich auch noch nicht, aber ich kann ja mal einen Plan zeichnen…

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Dass es ausgerechnet den einzigen meiner Zehen erwischen musste, der noch nie kaputt war, finde ich unfair. Ich war so stolz auf den letzten Unversehrten!

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Mein Held der Schraubenkönig!!! Jörn, ich nehme (fast) alles zurück, was ich jemals über Dich gesagt habe!!!

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Und so sah es aus, als ich wieder allein war. Das Chaos und die Blutflecken sind inzwischen beseitigt. Und am Samstag kommen die drei Wuselmonster aus dem Frankenland eingeflogen! Yippieeeeeee!

To be continued…

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