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März 2008
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Archive für 28.3.2008

St. Patrick´s Day Parade - Hartford

Der Heilige Patrick wurde im späten vierten Jahrhundert nach Christus in Wales geboren. Damals hieß er noch ganz bürgerlich Patrick Maewyn und ahnte nicht, wie steinig der Weg zur Heiligsprechung werden würde.

Zu seinem Umzug nach Irland gibt es zwei Theorien. Eine spricht davon, daß plündernde Iren den sechzehnjährigen Patrick als Sklaven mit nach Hause nahmen. Die andere hält ihn für den Sohn eines römischen Soldaten, die plündernden und kidnappenden Iren gibt es aber auch in dieser Theorie. Wie auch immer, er kam nach Irland, fristete sein Leben als Schafhirte, hatte das irgendwann satt und ging für einige Jahre ins heutige Frankreich, weil ihm ein Engel einen Ortswechsel empfahl. Dort ließ er sich zum Priester ausbilden. Ab da empfand er es als seine Berufung, die irischen Heiden von Häretikern zu guten Christen zu bekehren. Wie wir alle wissen, ist ihm das recht gut gelungen. Dabei ging er angeblich nicht gerade zimperlich vor. Er hat Irland nachhaltig von den “bösen Schlangen” befreit, wobei er sie nicht etwa diplomatisch um Verlassen des Landes gebeten hat, sondern sie unter beherztem Einsatz seines Bischofsstabs überredete. Mit diesen Schlangen sind natürlich die Anhänger der Naturreligionen gemeint, silberne Sicheln schwingende Druiden und sonstige Heiler, Hexen und ähnliches Gesocks.

Man mag von Christianisierung halten was man will, Patrick war nicht nur ein Bischofsstab schwingender Schläger mit Mission. Er gründete Klöster, Schulen, Kirchen und sorgte dafür, daß die Geschichte und Geschichten der Iren aufgeschrieben wurden. Bildung und Zivilisation kehrten also in Irland ein. Es kann dann nicht mehr lange gedauert haben, bis die Iren ihre Vorliebe für alkoholische Getränke entwickelt haben…

Der 17. März ist Patricks Todestag. Und da es in den USA ja nun mal `ne Menge Iren gibt, wird der St. Patrick´s Day in größeren Städten mit einer Parade begangen. Schon Wochen vorher bekommt man in allen möglichen Läden Dekoration, dumme Hüte etc. in Grün und mit dem irischen Kleeblatt versehen zu kaufen. Es ist natürlich DIE Gelegenheit, mal wieder den Kleiderschrank zu durchforsten, um nachzusehen, was man denn selbst noch in Grün in petto hat…

Nähere Informationen über den St. Patrick´s Day, grün gefärbte Flüsse und Paraden in anderen Städten wie Boston und Chicago findet Ihr auf www.wikipedia.com. Wir waren auf “unserer” Parade in Hartford.

Wir suchten uns in der “Altstadt” von Hartford ein Plätzchen, von dem aus man gute Sicht hatte, und harrten der Dinge, die da kamen.

So sieht es übrigens in Hartford aus. Um einen meiner Mutter verhaßten Spruch zu verwenden: goa net amoi so schiach!

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Irgendwann tauchte auch Dunia mit ihren beiden grün behüteten Söhnen auf. Wie man ihr wohl ansieht, war es a….kalt an diesem Tag.

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Die Zuschauer versuchen sich mit grünen Klamotten so irisch wie möglich zu geben. Treuen Wies´nbesuchern wird sich die Frage stellen, ob die schicken Kopfbedeckungen wohl aus der Werkstatt des gleichen Meisters stammen wie die ach so echten Seppelhüte, die sich die Australier so gerne als originales Andenken aus München mitnehmen. Auf jeden Fall ist der ganze Schnickschnack ziemlich teuer. Sehr beliebt sind lange grüne Plastiktröten, durch die sich in die eine Richtung laute Geräusche produzieren lassen, in die andere Richtung hervorragend Bierdruckbefüllungen bewerkstelligen lassen. Simpsons-Fans kennen die von Bart´s erstem Vollrausch.

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Da Amerikaner es gerne gemütlich haben und gut gerüstet sind, nimmt man schon mal einen Klappstuhl und Proviant mit.

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Und dann ging es los. Der Blick die Main Street runter ließ uns hoffen, daß wir nicht festfrieren würden… Hören konnte man die Parade allerdings lange bevor man sie sah.

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Den Anfang machten wie schon bei der Thanksgiving Parade die Polizisten. Auch hier brandete Jubel auf, als die Harleys in Sicht kamen. Die Amis mögen ihre Bullen wirklich.

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Zu den Rescue-Kräften, die in den USA verehrt werden, gehört spätestens seit Nineeleven die Feuerwehr. Die Wagen sind sehr hübsch, wie ich finde. Ob sie auch effektiv sind, keine Ahnung. Auf jeden Fall machen sie eine Menge Lärm.

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Und mancherorts sind sie gelb, wie in Rocky Hill.

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Ich dachte ja bisher, auf Paraden wäre man zu Fuß unterwegs. Naja, wieder was gelernt…

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Nicht alle haben schicke Autos, manche haben nur ein Golf-cart. Die Ärmsten!

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An der Parade nehmen alle möglichen Vereine, Schulen und sonstige Irische und nicht-Irische Interessensgruppen teil. Ein sehr bunter Mischmasch. Aber seht selbst.

Da gibt es Irische Trachtenvereine…

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Die Repräsentanten der verschiedenen Grafschaften Irlands…

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Die Iron Workers waren gleich mit drei Generationen vertreten. Die Iron Workers sind die, die ohne Sicherung und völlig schwindelfrei hoch über den Metropolen auf den Stahlträgern balancieren, um Wolkenkratzer zu bauen. Wen dieses Thema interessiert, und sei es nur, um sich mal wieder an ungehemmtem Machismo zu erfreuen, der surfe doch mal nach http://www.nmai.si.edu/exhibitions/booming_out/indexfla.htm

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High und Middle Schools aller möglichen Stadtteile proben monatelang Stöckchen werfen, Trommel schlagen und Haxen schmeißen, um dabei sein zu dürfen.

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Bei diesen Temperaturen im Miniröckchen ohne Strümpfe ist ehrgeizig, aber wahrscheinlich wird einem schon warm beim Marschieren.

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Hier ein paar standhafte Zinnsoldaten.

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Zwischendurch sah man immer wieder ein bisserl Prominenz.

Unsere Gouverneurin M. Jodi Rell (http://www.ct.gov/governorrell/site/default.asp)in High Heels, kaum zu glauben, hoffentlich hat Herr Gouverneur ein Talent für Fußmassagen…

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Die Governor´s Footguard hat es da ironischer Weise bequemer.

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Naja, nicht alle…

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Ich weiß nicht, wer er ist, aber irgendwie sieht er prominent aus…

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Wer ER ist, weiß ich zwar, aber dafür hab ich keine Ahnung, was Spiderman hier verloren hat…

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Miss Connecticut mit eingefrorenem Dauergrinsen und in ganz unStPatrickschem Flieder.

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Noch eine Miss… Stupsnäsiger, und offensichtlich noch nicht ganz so professionell.

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Und noch ein Grüßaugust, der mir unbekannt blieb. Aber in Begleitung einer weiteren Dame tapfer in High Heels… Könnten Bürgermeisters gewesen sein, bin mir aber nicht sicher.

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Sportvereine, auch solche, die in einen anderen Bundesstaat verkauft worden sind (http://members.tripod.com/whalerbri/whalers.html), machen auch mit.

Eishockey

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http://www.hartfordwolfpack.com/

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Baseball

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Football

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Davy Crockett auferstanden von den Toten beim Kampf um Alamo http://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_the_Alamo. Davy Crockett war kein Ire, aber ein Held. Und er hat eine sehr laute Waffe, also mußte er dabei sein.

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Irgendwelche armen Menschen mußten in dumme Kostüme schlüpfen und sich mit angesoffenen Teenagern abbilden lassen.

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Die “Assistance Dogs Unlimited” nahmen auch an der Parade teil. Sie sind Hunde, die aus Tierheimen geholt werden und dann eine Ausbildung als Begleithund für behinderte Menschen bekommen. Wer spenden will oder ein Rezept für Hundekuchen sucht, gehe nach http://www.taxexemptworld.com/organization.asp?tn=71226

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Die Iren sind ja als recht trinkfest verschrieen. Auf den Paradewagen durften sie das ausnahmsweise ohne braune Papiertüten beweisen. Da ja die meisten Polizisten mitten in der Parade unterwegs waren und der Rest die umliegenden Straßen absperrte, konnten auch die Kids mal saufen, ohne daß jemand was dagegen hatte. Bier wurde in Blechflaschen verkauft, zwega de Scherben.

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Damit das gemeine Volk bei Laune bleibt, werden a la Kölle alaaf Kamelle verteilt und grüne Ketten geworfen. Den Brauch mit den Ketten gibt es auch in New Orleans. Allerdings muß man dort den Busen blank ziehen, um mit Ketten belohnt zu werden. In Connecticut geht das natürlich gar nicht. War auch echt zu kalt für solche Spampasetteln.

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Rocky Hill schickte seine Bibliothekare auf die Straße.

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Manche versuchten sich noch in politischen Statements…

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Zum Schluß kam noch die Reinigungskolonne, und die frierende Menge verteilte sich in die umliegenden Bars.

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Ja ja, Claudia, wir haben alles gesehen!

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So, jetzt könnte eigentlich endlich der Frühling kommen!!!

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