Inkens Welt

ehem. USA-Tagebuch
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Der See, der Keller und der Bezähmer der Fluten

Februar 17th, 2008 Posted in Unser Haus

Dann setzte sie sich auf einen Baumstamm beim Schuppen, und während er seine Nerven beruhigte, fragte Idgie:“Sehen Sie das große leere Grundstück da drüben?“ Er schaute hinüber. „ja, Ma´am.“ – „Da war vor Jahren ein wunderschöner kleiner See. Im Sommer schwammen wir da und angelten, und man konnte auch Boot fahren.“ Traurig schüttelte sie den Kopf. „Das alles vermisse ich sehr.“ Smokey betrachtete die Wiese. „Ist der See ausgetrocknet?“ Sie zündete eine Zigarette für ihn an. „Noch schlimmer. An einem Novembertag kam eine große Entenschar, und die Vögel landeten mitten auf dem See. Während sie da saßen, passierte was ganz Komisches. Die Temperatur sank so schnell, daß der ganze See gefror. In wenigen Sekunden war er fest wie ein riesiger Stein.“ – „Meinen Sie das ernst?“ fragte Smokey erstaunt. „klar.“ – „Da sind die Enten sicher getötet worden.“ – „Nein, verdammt noch mal! Die flogen einfach davon und nahmen den See mit. Jetzt ist er irgendwo in Georgia…“ (Aus: Grüne Tomaten, Fannie Flagg)

Leider ist unser Leben hier nicht immer so poetisch…

Am Dienstag letzter Woche begann es abends zu schneien, nicht ungewöhnlich im Februar. Der Schnee war wunderbar pudrig und die Landschft lag friedlich und wie verzaubert im Mondlicht. Der Mittwoch und Donnerstag brachten dann das eigentliche Chaos. Die Temperatur sank, und es fing an zu regnen.

Regnen? Nein, es hat geschüttet, wie man es sonst von Gewitterregen kennt. Nur daß es 48 Stunden lang nicht mehr aufgehört hat.

Und hier kommt unser Keller ins Spiel…

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Ich habe inzwischen erfahren, daß es noch schlimmere Keller als unsere gibt, deshalb schäme ich mich nicht mehr, Euch mal ein paar Bilder davon zu zeigen.

Innerhalb weniger Stunden hatten wir einen veritablen See in unseren Katakomben. Die Heizung, die Waschmaschine und der Trockner liefen ernsthaft Gefahr, abzusaufen. Und wenn die Heizung nicht mehr geht, kann man sich hier nur noch so schnell wie möglich ein Hotelzimmer suchen, denn diese Häuser kühlen innerhalb weniger Stunden total aus. Ganz abgesehen davon haben wir ja auch noch einige Kisten mit unseren Sachen im Keller verstaut, denn zum Dachboden haben wir ja keinen Zugang. Ich schwankte also wie so oft zwischen Fatalismus und Hysterie…

Gustl stürzte sich todesmutig in seine Gummistiefel und damit in die Fluten. Jetzt wissen wir auch, daß die Gummistiefel nicht mehr dicht sind… Er entdeckte einen Abfluß im Boden, durch den aber nichts abfloß. Ein zweites Loch im Boden war mit einem Stutzen versehen, durch den nach Öffnen zumindest die größte Menge Wasser abfloß. Die Höhe dieses Stutzens verhinderte allerdings die endgültige Lösung des Problems, denn Wasser fließt nun mal nicht bergauf.

Die Bilder entstanden, nachdem Moses in Gestalt eines Plumbers bei uns aufgekreuzt war und die Fluten geteilt hatte. Er kam am Montag, nachdem ich unserem Hausverwalter mehrmals auf´s Band gesprochen hatte und zuguterletzt mit Kürzung der Miete drohte. Der Plumber stellte sich bei mir mit den Worten „I´m the plumber.“ vor. Ich ließ ihn die Erfahrung mit den undichten Gummistiefeln wiederholen, selbst schuld, wenn er so was in seiner Branche nicht selbst dabei hat. Er werkelte im Keller lautstark vor sich hin, teilte mir mit, er würde jetzt diesen Stutzen absägen, gratulierte mir, daß nur Wasser in den Keller geflossen sei und nicht etwa noch unappetitliche Dinge wie… Nein, Ihr wißt schon was ich meine. Nächste Woche kommt er wieder und macht den eigentlichen Abfluß frei. Mal sehen, wie das wird. Ich hab da schon Geschichten von Baumwurzeln, die den Kanal durchwachsen erzählt bekommen.

Am Montag werde ich mal unsere Sachen im Keller inspizieren und schauen, was alles auf den Müll muß.

Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber irgendwie beschleicht mich die Vermutung, daß das noch nicht unser letztes Kellerabenteuer war.

Towanda!

Will you be my Valentine?

Februar 14th, 2008 Posted in Unser Amerika

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Und wieder ein Tag für Sonderverkäufe bei Juwelieren, Blumen- und Süßigkeitenläden… Und wehe, es wird vergessen! Dann ist Polen offen.

Herr und Frau USA geben durchschnittlich $128,– für Geschenke am Valentinstag aus. Eltern von Schulkindern bekommen einige Tage vorher per mail von der Schulverwaltung mitgeteilt, daß ihre Kinder heute für jeden Mitschüler einen Valentinsgruß bestehend aus einer Karte und Süßigkeiten mitzubringen haben, Namensliste inklusive. Seit Wochen sieht man in allen Schaufenstern nur noch Rot und Rosa.

Und doch denke ich, daß es eine gute Idee ist, seinen Liebsten von Zeit zu Zeit mitzuteilen, wie wichtig sie sind. Ob das nun unbedingt am 14. Februar passieren muß, naja…

Für Dich, mein Liebster…

Be my Valentine, for I
Each day have thought of you.
My whole life couldn’t manage what
Your ready smile can do,
Vanquishing my loneliness
As though all light were new.
Let me be your Valentine
Even as you’re mine,
Needing what I have to give
That each might each define
In friendship and in harmony,
Now you, now I the melody,
Each helping each to shine.