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Chicken immer noch in Händen der Entführer

Dezember 12th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

inken.at berichtete bereits über die entsetzliche und unmenschliche Entführung des MTU-Angestellten Chicken durch eine Gruppe, die sich FDJ nennt. Nun wurden uns neue Details dieser ruchlosen Tat bekannt.

Der Aufforderung durch die Kollegen, ihnen ein Lebenszeichen von Chicken zu geben, bevor es zur Übergabe des Lösegeldes in Form eines möglichst umfangreichen Fasses Bier kommen könne, wurde nicht Folge geleistet. Vielmehr traf erneut ein Schreiben der Entführer ein, das mehr als beunruhigend ist und die Kollegen zu den schrecklichsten Vermutungen veranlaßt.

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Auch wenn das Schreiben beängstigende Rückschlüsse auf die geistige Gesundheit der Entführer ziehen läßt, bietet es doch Angriffsfläche für Vermutungen über Herkunft, Motive und Bildungsstand der Täter. Offensichtlich handelt es sich nicht um einen Einzeltäter. Auch die Photos der Tat legten bereits nahe, daß es sich um mindestens zwei Personen handeln muß.

Da im vorliegenden Schreiben die Rede von „Margot“ ist, das Englisch des Schreibens mehr als mangelhaft ist und die Gruppe sich nach der ostdeutschen Jugendorganisation der Blauhemden benannt hat, liegt die Vermutung nahe, daß es sich um eine terroristische Vereinigung neosozialistischer Legastheniker handelt.

Die FDJ spricht in dem Schreiben vom „schmalen Grad des Wahnsinns“. Das gibt Anlaß zu allergrößter Sorge. Niemand kann sagen, wie diese Irren reagieren. Wird die Übergabe des Bierfasses stattfinden? Wird sie in einem Blutbad enden, oder mit der Befreiung des allseits beliebten Chicken?

inken.at liegt ein psychologisches Gutachten der Sigmund-Freud-Gesellschaft in Wien vor, dessen Kernaussage ist:

Psychologisch gestörte Straftäter gelten generell als unberechenbar. Es ist sowohl denkbar, daß die Entführung friedlich über die Bühne geht, als auch, daß alle Beteiligten inklusive dem Bierfaß Schaden an Leib und Seele nehmen.

Die Melange aus triebgesteuerter Gier nach Alkohol, menschenverachtender, offensichtlich sexuell motivierter Verdrängung jeglichen menschlichen Mitgefühls und aus politischer Frustration geborener Agitation, die auf einen ausgeprägten Ödipuskomplex (siehe dazu den Hinweis auf „Margot“ Anm. der Red.) zurückzuführen ist, kann zu einer Übertragung führen, die weder steuerbar noch umkehrbar ist. (Übertragung: Hineinlesen von Erwartungen, insbesondere Rollenerwartungen, eigener Wünsche, Befürchtungen und/oder Vorstellungen in das Verhalten oder die Eigenschaften einer bestimmten Person, die ursprünglich einer anderen Person (z.B. Eltern oder Partnern) gegolten haben. Anm. der Red.)

Die einzige Möglichkeit, das Schlimmste zu verhindern, sei höchstmögliche Flexibilität in den Reaktionen der Geschädigten, Verzicht auf jegliche Rücksichtnahme auf die körperliche Unversehrtheit der Entführer im Falle einer gewalttätigen Auseinandersetzung, und das Mittragen eines ausreichend großen Kochtopfes und etwas Wurzelgemüses für den schlimmsten aller anzunehmenden Fälle, so die Sigmund-Freud-Gesellschaft. Auf alle Fälle rät man zum Handeln ohne viel Federlesen.

Chicken ist ein noch junges Huhn, das erst kurz vor seiner gewalttätigen Entführung durch eventuell politisch motivierte Spinner als Nachtwächter in der IT-Abteilung angestellt worden war. Sein ohrenbetäubender Quietsch-Warnruf und die angeborene Fähigkeit, sich einer Hackordnung zu unterwerfen qualifizierten es für diese Stelle, die schon seit langem auf die Besetzung durch einen jungen, furchtlosen Mitarbeiter wartete. Umso tragischer, daß ausgerechnet Chicken einem Verbrechen zum Opfer fiel in Ausübung seiner Pflicht, als sich niemand sonst in den Büroräumen der MTU aufhielt.

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Chicken sei sofort in die Gruppe integriert gewesen, sagt Augustin S.. Durch sein freundliches Wesen, seine Bereitschaft, jederzeit für ein extra Frühstücksei für die Kollegen zu sorgen und sich so sprichwörtlich klaglos den Arsch für die Firma aufzureißen, sei Chicken sofort in die Gemeinschaft aufgenommen worden. Chicken erzählte im heimischen Hühnerstall stolz von seiner neuen, wichtigen Position und war hochgradig motiviert, diese allzeit zur vollsten Zufriedenheit des MTU-Managements auszufüllen.

Aus Sorge um Chicken sei ein reibungsloser Arbeitsablauf bei der MTU praktisch nicht mehr möglich, so Augustin S.. Immer wieder würden Kollegen spontan von Weinkrämpfen gebeutelt. Die Mittagspause würde genutzt, um gemeinsam und konfessionsübergreifend für das Wohl des Huhns zu beten.

Bis uns weitere Informationen vorliegen, bleibt uns nur die Hoffnung, daß Chicken seine Entführung heil an Körper und Seele übersteht. Wer kann schon ermessen, welche psychologischen Folgen eine solche Tat für ein junges Huhn hat?

inken.at wird weiter berichten, getreu unserem Motto:

Bild Dir bloß keine Meinung, das machen wir schon für Dich!

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