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Archive für 24.10.2007
Danny Glover was here!
24.10.2007 by Inken.
Wißt Ihr noch alle, wer Danny Glover ist? Ja, genau, “Die Farbe Lila”, “Lethal Weapon”, der der stundenlang auf der Kloschüssel sitzen mußte, weil eine Bombe drunter war usw. Nun, der war heute bei mir. Er arbeitet inzwischen undercover für unsere Heizungsfirma und hat mir einen Einblick in sein aufregendes Leben gewährt.
Er hat mir von Vietnam erzählt und daß man für ein gebrochenes Handgelenk kein Purple Heart bekommt. Auch nach seinem Einsatz in Vietnam durfte er nicht wie die weißen verletzten Soldaten in einer deutschen Base eine ruhige Kugel schieben (seine Worte, nicht meine!), sondern wurde nach Korea geschickt.
Ach ja, er ist übrigens auch der Meinung, daß sich diese Welt langsam aber sicher ihrem Ende nähert. Was für Weltuntergängler einem hier doch begegnen! Er ist allerdings bereit, bis zum Letzten seine Lieben zu verteidigen, dafür hat er immer eine 25er im Handschuhfach.
Vor einer Woche ist sein bester Freund beim Angeln ertrunken, dafür kam gestern seine erste Enkelin zur Welt. Er ist überzeugt, daß sein Freund in ihr wiedergeboren wurde. Sie grinst wohl wie er.
Und da er zwischen seinen Erzählungen und der Wartung der Heizung immer wieder durch die Küche marschiert ist, hat er mir nebenbei noch einen kleinen Vortrag über die verschiedenen Kürbissorten gehalten. Als er mich mit dem großen Messer hantieren sah, wurde er ganz väterlich fürsorglich, mußte dann aber anerkennen, daß ich für ein europäisches Weißbrot gar nicht so ungeschickt sei.
Ich hab den Wisch, den er mir nach fast drei Stunden unter die Nase gehalten hat, lieber kommentarlos unterschrieben, denn die 25er wollte ich nicht kennenlernen…
“Ich bin zu alt für diesen Scheiß!”
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Indian Summer! Echt? Wo?
24.10.2007 by Inken.
Wie schon gebloggt (Doppel-G oder nicht?) findet der Indian Summer in diesem Jahr nicht in West Hartford statt. Deshalb haben wir uns vor einigen Wochen am Sonntag ob des schönen Wetters mit Pussy auf den Weg nach Massachussets gemacht. Das liegt nicht nur nördlicher, sondern auch höher. In der Hoffnung, daß der Sommer dort nicht so trocken war und die Blätter somit Zeit hatten sich zu verfärben ging es los.
Gefunden haben wir dabei ziemlich viel Straße mit Ausblick auf ein wenig bunte Bäume und eine alte Mühle.
Auf dem Weg lag eine Kneipe, vor der ganz besonders hübsche Oldtimer standen, die doch sehr an die “Waltons” erinnerten. Im Garten der Kneipe wurde ein Hufeisenwerfen veranstaltet. Die Leute wirkten aber uns Fremden gegenüber so mißtrauisch, abweisend und meiner Meinung nach auch bewaffnet, daß wir uns nicht mehr photographieren trauten als…
Das war also erst mal nix mit dem Indian Summer.
Noch mal zur Erinnerung, so sollte es eigentlich aussehen um diese Jahreszeit:
Also haben wir eine Woche später Gudrun und Jörn eingepackt und haben uns noch einmal in Richtung Norden aufgemacht, um rauszufinden, ob es woanders bunter ist als zu Hause.
Litchfield wurde von Gudruns Reiseführer als besonders pittoreskes Dörfchen angepriesen, wir haben es gefunden und so sah es dort aus:
War auch wirklich schön dort, aber für unseren Geschmack immer noch nicht bunt genug.
Nebenbei bemerkt, wenn man Jörns Gang betrachtet, stellt sich doch die Frage, wo er sich sonst noch hat waxen lassen…
Wir fuhren weiter auf unserer Suche. Während die Jungs vorne die Karte falsch rum hielten, haben Gundl und ich die Zeit genutzt, aus den rückwärtigen Fenstern zu schauen und haben dabei ein Schild entdeckt, das uns in den “Mount Tom State Park” führte.
Wir mußten die Kerle erst überreden, mal wieder auszusteigen, aber siehe da, endlich bekamen wir das Indian Summer-Feeling, besonders unser Besuch.
Wir waren an einem See gelandet mit Picknick Area, menschenleer bis auf ein Liebespärchen, das recht erleichtert war als wir wieder abfuhren. Am gegenüberliegenden Ufer sah man Ferienhäuschen, Enten schwommen gemütlich vor sich hin. Wollen wir mal nicht hoffen, daß sie im Winter festfrieren und dann mitsamt dem See davonfliegen, Towandaaaaaa!
Jörn mußte zwischendurch mal wildbieseln, deshalb kam er etwas verspätet zu der Erkenntnis “Ah! Indian Summer, kuck mal!”
Aber dafür kann er mit dem Selbstauslöser umgehen.
Auf dem Heimweg haben wir einen kleinen Umweg über Cornwall gemacht, ja so was gibt es hier. Gudrun wollte die überdachte Brücke sehen.
Verständlich, ist wirklich typisch für die Neu-England-Staaten.
Auch typisch sind die “Shaker”, eine Freikirche, deren Mitglieder zölibatär leben. Ihren Namen haben sie von ihrem rituellen Schütteltanz. Leider gibt es nicht mehr viele von ihnen, naja, ist eigentlich logisch, so ganz ohne Nachwuchs… Männer und Frauen hatten sogar getrennte Treppenhäuser. Aus Langeweile haben sie dann begonnen, wunderschöne Möbel zu produzieren. Siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Shaker_%28Religion%29 und http://www.shakers.org/)
Kaffeedurstig hab ich die drei in ein Café entführt, in dem wir wieder nicht so richtig willkommen waren, ich muß dieser Fremdenfeindlichkeit mal auf den Grund gehen. Uns wurde ja erzählt, daß ALLE Amerikaner IMMER ABSOLUT freundlich sind. Also ich hab schon ein paar andere erlebt…
Aber auch wenn wir hier recht grantig schauen, so einfach lassen wir uns die Petersilie nicht verhageln, nicht von den Amis!
Da es schon kalt und dunkel wurde haben wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht.
Leider war unser Besuch schon wieder abgereist als ich einige Tage später, eigentlich nur um schnell einen Kürbis zu besorgen, in mein Auto stieg. Als es in München schon den ersten Schnee gab, hatten wir 25° und herrlichen Sonnenschein, was zu einem Endorphinschub führte, der mich einfach am Supermarkt vorbei die I 44 mit offenem Dach und lauter Musik weiterfahren ließ. Die Luft war wie Seide, der Himmel wie frisch poliert. Ihr glaubt ja gar nicht, wie schön es bei uns sein kann!!!!
Damit Gustl auch mal ein bißchen was von der Gegend mitbekommt und wir die Schönheit des nordwestlichen Connecticut auch Euch zeigen können, haben wir die Tour am letzten Sonntag noch einmal gemacht. Wir versorgten uns noch mit Ben&Jerry´s Capuccillo
(Espresso und Kaffee-Eis mit Eiswürfeln frappiert/gefrappt (oder wie auch immer…), ca. 1800 Kalorien pro Becher…, sehr lecker!), ich bewaffnete mich mit der Kamera und ab gings.
Wir kamen unter anderem an einen See, an dem die ganz arme Bevölkerung der Gegend ihre Boote liegen hat.
Besonders freuten wir uns über die Entdeckung eines kleinen Möbelgeschäfts.
Nicht nur, daß wir dort einen wunderbaren Rocking Chair entdeckt und gekauft haben, der Besitzer hat uns auch noch von einem österreichischen Restaurant in Springfield vorgeschwärmt, uns einen deutschen Metzger empfohlen und einen Kürbis geschenkt. Als ich am Montag den Schaukelstuhl abgeholt habe, hat er sich bei einer Tasse Kaffee auch noch politisch geäußert. Er ist Nachfahre litauischer Juden und der Regiererei des Herrn Bush gegenüber mehr als kritisch eingestellt. Er ist generell der Meinung, daß wir Menschen ziemlich bescheuert sind, wenn man betrachtet, was wir mit unserer Erde, unserer Zeit und unseren Ressourcen anstellen. Wieder etwas, was absolut anders ist als uns im interkulturellen Training angekündigt wurde: es GIBT Menschen, die über Politik reden! Und das auch noch auf sehr vernünftige Art und Weise. Das läßt doch hoffen!
Tja, und aus der Mitte entspringt ein Fluß. Brad Pitt war zwar nicht da, aber DAS ist einer der Flüsse, in denen sich Fliegenfischer in ihren sexy Gummihosen vergnügen.
Es war schon spät und noch ein ganzes Stück bis nach Hause, also ging es über ein paar einsame Seitenstraßen zurück nach West Hartford, während schon der Mond aufging.
Und wer das alles mal selbst und live sehen will, wir sind noch ein Weilchen hier…
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