Inkens Welt

ehem. USA-Tagebuch
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Freitag der 13.!!!

Juli 16th, 2007 Posted in Auszug und Einzug

Nachdem am Donnerstag unser neues Bett geliefert wurde, jaaaa! das balinesische, und prompt nicht die Treppe hoch paßte (wir werden da mit Säge und Schrauben dran rumpfuschen, geht nicht anders…), konnte der Freitag eigentlich nur noch besser werden.

Jennifer, unsere Ansprechpartnerin bei der Spedition hier in den USA, hatte die Ankunft unseres Containers für Freitag avisiert, aber so recht dran glauben wollten wir nicht, bevor wir ihn nicht gesehen hätten, obwohl die Luftfracht auch pünktlich am Donnerstag kam. Aber man weiß ja nie, und wir haben von Kollegen gehört, die bis zu 11 Wochen auf ihren Kram warten mußten. Irgendwie stellt man sich dann moralisch schon auf das Schlimmste ein.

Aber Freitag der 13. begann damit, daß die Auspackcrew bereits vor der Tür stand als wir morgens zum Haus kamen. Gustl fuhr weiter ins Büro und ließ mich mit sechs gutaussehenden und seeeeehr starken Kerlen allein, einer davon trug doch tatsächlich die Marmorplatte für die Küche alleine auf der Schulter! Ich fand die Situation besonders pikant, da mir von mehreren Seiten gesagt worden war, daß Männer in den USA darauf trainiert werden, nie zu einer einzelnen Frau in den Lift zu steigen, könnte ja prompt eine Anklage wegen sexual harassments geben… Die sechs Jungs hatten damit aber überhaupt kein Problem. Sie tranken meinen Kaffee und aßen die Cookies und „filled Streussels“ mit Appetit und saßen in der Sonne während wir auf den Container warteten.

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Der kam um neun und grub beim Rangieren den Vorgarten um.

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New Yorker LKW-Fahrer sind offenbar keine begnadeten Rückwärtseinparker, der LKW stand letztendlich nicht in der Einfahrt, sondern parallel zur Straße.

Das Siegel am Heck des Containers war intakt, also hatte der Zoll wohl doch beim Röntgen nichts Interessantes gefunden. Hier verschwindet schon mal gerne Kartons mit Damenunterwäsche, gerne kriegen auch High End HiFi-Geräte Füße. Aber mit unserem alten Kram Marke „spätes IKEA“ konnte wohl keiner der Zollbeamten was anfangen. Ich könnte mich natürlich in den „you know what“ beißen, daß ich nicht doch Schnaps und Kernöl eingepackt hab… Aber man weiß das ja vorher nicht. Ich kann nur auf die kriminelle Energie unserer Besucher aus good old Germany und even better Austria hoffen…

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Als der Container geöffnet war wurde erst mal die Arbeit verteilt. Einer im Container, der alles auspackt (lange haben Rolfs Verpackungskunstwerke also nicht gehalten). Zwei, die die Sachen zur Hintertür tragen oder rollen, zwei, die treppauf-treppab laufen, einer der das Verpackungsmaterial zerkleinert. Und natürlich die Schuster, die am Hintereingang steht und die armen Schlepper in die richtigen Zimmer schickt. Daß im Endeffekt doch nicht alles im richtigen Raum stand lag wohl daran, daß die Jungs vor allem aus Brasilien stammten und ihr Englisch nicht soooo besonders gut war. Aber wir werden schon alles wiederfinden bis wir in zwei bis drei Jahren wieder ans Einpacken gehen…

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Bevor irgendwas ins Haus getragen werden konnte, wurden die Wege im Haus fein säuberlich mit Kartons abgeklebt und die Zimmer beschriftet.

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Die Möbel haben alle überlebt, nur der Eßtisch hat einen neuen Kratzer und eine Glasplatte hat ein Eck ab. Das wurde natürlich prompt der Deutschen Spedition untergejubelt. Aber ich glaube nicht, daß beim Einpacken geschludert wurde, nicht von Rolf! Sollten noch mehr Schäden sichtbar werden, machen wir einen Bericht an die Versicherung. Im Großen und Ganzen können wir wirklich zufrieden sein. Bei der Abschiedsfeier ging mehr kaputt…

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Mittags war der Container leer, ich konnte den LKW-Fahrer davon überzeugen, daß die Ski und Skistöcke wirklich mir gehören und nicht ihm, und er fuhr leicht frustriert wieder ab.

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Die Packer hatten noch einen Stapel Papiere für mich, die ich unterschreiben mußte. Hier unterschreibt man nicht nur, hier muß man zusätzlich an allen möglichen obskuren Stellen seine Initialen hinmalen, mit denen man einzelne Details des Papiers zur Kenntnis nimmt. Keine Ahnung, was ich alles gekauft habe, es bleibt spannend. Ich weiß, daß ich auf Zusammenbau der Möbel verzichtet habe, was eigentlich im Service beinhaltet war, aber wir hatten ja kaum was zerlegt, also war das nicht notwendig.

Mit einem fetten Tip und schneller als sie sich wohl erhofft hatten entschwanden zwei Amis und vier Brazilian-Americans in ihr Wochenende.

Und ich gönnte mir erst mal eine Zigarette auf der Terrasse…

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Wer aber glaubt, Freitag der 13. hätte damit ein glückliches Ende genommen, der irrt!

In der Nacht wurde unser Auto geknackt, der schöne schnittige Chevy!

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Der Vorfall hat uns die Bekanntschaft mit einer sehr hübschen polnischstämmigen Polizistin eingebracht, die sich tausend mal für ihre Landsleute (hier waren die Amis gemeint, Wolfram!) entschuldigt hat. Ich durfte sie leider nicht photographieren, sorry. Nach einem seeeehr langen Gespräch mit einer Dame an der Hotline von „National“, die sich auch für den Vorfall entschuldigte, mußten wir zum Flughafen, um einen neuen Wagen zu bekommen.

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Jaha, es ist ein PT Cruiser, Geschmackssache… Die Kurvenlage überzeugt mich nicht.

Wir haben überlegt, ihn gleich offen rumstehen zu lassen.

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Denn natürlich hatten wir unser Navi im Wagen gelassen, und genau darauf waren die Diebe aus!

Am Abend hatten wir eine Warnung des Hotelmanagements unter der Zimmertür durchgeschoben, die darauf hinwies, daß wohl eine Bande unterwegs ist, die es auf Navigationssysteme abgesehen hat… Leider zu spät!

Ich sage dazu nur:

May their next shit be a hedgehog!!!

 

 

Der erste Besuch ist da!

Juli 16th, 2007 Posted in Menschen

Am 10. Juli kamen Mayte und Klaus nach West Hartford, um uns auf ihrer USA-Reise zu besuchen. Die beiden leben in Malaga und irgendwie ist es immer extrem heiß, wenn wir uns sehen. Vor drei Jahren auf Ihrer Hochzeit in Malaga wurden rote Fächer an die Damen verteilt, die wir am Dienstag auch gut hätten brauchen können… Im Café Cosi war die Klimaanlage ausgefallen und der Steinofengrill bullerte auf voller Lautstärke.

Wir entschieden uns deshalb, ins gut gekühlte „Dakota“ zu fahren, wo es feines Steak und kaltes Bier gab. Danach im Hotel hingen wir bei dieser Hitze nur noch in den Seilen.

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Am Mittwoch wollten die beiden eigentlich nach New York weiterfahren, entschieden sich aber dafür, mir im Haus zur Hand zu gehen. Mayte putzte die Fenster,

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Klaus klebte im Wohnzimmer die Tür- und Fensterrahmen ab und malerte schon mal die Ecken.

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Am späten Nachmittag ging ein Fenster zu Bruch, das Klaus am Donnerstag bei „Pfau´s Hardware“ reparieren ließ.

Scherben bringen Glück!

Convenience

Juli 10th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Convenience bedeutet nicht einfach Annehmlichkeit oder Bequemlichkeit, nein, sie ist vielmehr ein Zustand, eine Lebenseinstellung, eine Philosophie, von der man nur allzu leicht verführt wird.

Warum warten bis der Container mit dem so geliebten Ananasschneider da ist? Kauf die slices abgepackt und 7 Jahre haltbar!

Wer schneidet heute noch Tomaten und Mozarella? Kauf sie vorgeschnitten in einem cleanen Styroporschälchen mit glänzender Folie!

Stören die Knochen im fingerfood? Kauf Dir die knochenfreien chicken wings. Der Hersteller hat sicher keine Probleme mit Klagen über verschluckte und quer sitzende Hühnerbeine.

Pizza ist eine Scheibe? Irrtum, Pizza ist eine selbstgewählte Zusammenstellung vorgeschnittener Teigecken mit variablem Belag.

Pastasauce selbst kochen? Wer macht denn so was?

Augenbrauen mit der Pinzette zupfen? Warum die Finger mehr als nötig bewegen, der elektrische Zupfer kostet nur 19,99 Dollar, und man muß nicht mal aus dem Haus dafür, man ruft an und bestellt ihn overnight.

Taschen und Liegen an den Strand schleppen? Ha, da fahren wir mit dem 4wheel-drive doch direkt bis an die Waterkant und liegen auf der Ladefläche des pick up. Da kriegt man auch keinen Sand in die chicken wings.

Aber um nicht ungerecht zu sein, mancher convenient Gedanke erscheint mir durchaus nachahmenswert. Man darf hier zum Beispiel immer rechts abbiegen, egal was die Ampel sagt. Nicht erlaubt ist es nur, wenn es per Schild verboten ist. Keine Nachdenkerei, ob der Rechtsabbiegepfeil nun nur ein Schild ist, oder eine Ampel, und ob deshalb unterschiedliche Regeln gelten.

Ebenso angenehm wird nach kurzer Zeit die freie Wahl der Fahrbahn. Notorische Mittelspurfahrer gibt es praktisch nicht, denn auch wenn die meisten die mittlere Spur wählen, stört das niemanden. Man fährt eben rechts vorbei.

Aber ums Autofahren wird es noch mal in einem eigenen Beitrag gehen, da gibt es noch viel zu entdecken…

Convenience aber bleibt to be continued, denn DAS ist eindeutig mein Lieblingsthema!

 

Size doesn´t matter?

Juli 10th, 2007 Posted in Die spinnen, die Amis!

Es ist an der Zeit, mit einer dieser Lügen aufzuräumen, die sich sehr hartnäckig halten. Tut mir wirklich leid, Jungs…

Size does matter!

Und Größe scheint hier in den USA für alles das Hauptkriterium zu sein.

Autos zeichnen sich hier durch ihre erlesene Häßlichkeit aus, was aber nichts ausmacht, solange sie GROSS sind. Man muß ja schließlich zusätzlich zur Familie noch die Einkäufe unterbringen und den Kinderwagen und den Grill und und und… Natürlich haben auch Grill, Kühlbox und sonstige Strandutensilien enorme Ausmaße. Aber unschlagbar sind die RV´s, die Recreational Vehicles. Jeder durchschnittliche Holländer würde vor Neid noch mehr erblassen beim Anblick dieser mobile homes. Es handelt sich im Grunde um Wohnmobile, aber tatsächlich sind es mobile Wohnungen, die alles zu bieten haben, was man im Urlaub normalerweise zu Hause läßt. Ich werde versuchen, an Photos zu kommen, es ist wirklich beeindruckend!

Größe ist auch bei Nahrungsmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs das auszeichnende Kriterium. Es wird nicht so sehr auf Güte, Frische, Herkunft oder Brauchbarkeit hingewiesen, sondern auf das außergewöhnliche Volumen der Milchkanister, die überirdische Dicke des Steaks, den besonders langen Stiel des Besens, die ganz wunderbare Breite der Saugfläche des Staubsaugers, den straußeneigleichen Umfang der Eier und die ganz besonders angenehme Breite der Parkplätze vor dem Supermarkt oder Restaurant. Und das gipfelt dann noch darin, daß man nicht eine Gallone Milch kauft, sondern mindestens zwei, denn im Hartford Courier gibt es wunderbare Coupons, die einen dazu berechtigen, beim Kauf von zwei Kanistern eine Tüte Kakao dazu zu nehmen, natürlich for free. Daß die Ausmaße der Kühlschränke hier einer Studentenbehausung in München gleichen versteht sich von selbst.

Man bekommt wirklich Sehnsucht nach kleinen, süßen Dingen, einen halben Liter Milch, 50 Gramm Salami oder sogar nach einem zu besonders gefinkelten Lenkmanövern verführenden Parkplatz hinter dem Viktualienmarkt…

Gut, daß ich groß bin!

 

Unser Haus – Teil 2

Juli 6th, 2007 Posted in Unser Haus

Wie schon versprochen hier die Fortsetzung des Themas „Villa Kunterbunt“…

Gleich mal vorneweg, is nich mit Villa Kunterbunt, ich bleib bei Bate´s Motel. Im Dachboden knackt und knarzt es, da geht sicher Matthews Oma spazieren, die sich seit Jahren vom Kitt in den Fensterrahmen ernährt. Aber wer weiß, vielleicht ist sie auch einfach der gute Geist des Hauses.

Letzter Arbeitsschritt in München – Hausputz

Erster Arbeitsschritt in West Hartford – Hausputz

Ich scheine endlich meine wahre Berufung gefunden zu haben! Yeah yeah yippie, ich schwinge den Mop im Rhythmus des örtlichen Country&Western Senders. Nein, keine Angst, ich hasse diese Musik immer noch, aber der Rhythmus ist ideal auf diese Schrubberei abgestimmt. Ich hoffe, ich bin mit moppen durch, bevor ich selbst zu Jodeln anfange!

Fensterputzen geht gut bei R&B. Die Fenster werden davon allerdings nicht sauberer. Wie hieß es `68? „Unter den Talaren der Staub von 1000 Jahren“. Das war zwar etwas anders gemeint, aber ungefähr so müßt Ihr Euch die Fenster vorstellen. Erster Durchgang: sehr heißes Wasser mit Spüli und mit ordentlich Schmackes über Fensterrahmen und Scheiben. Die schlimmste Schmiere ist weg. Dann noch mal mit Glasputzmittel drüber. Danach muß noch poliert werden. Dabei entdeckt man viele interessante Dinge, wie zum Beispiel einen Querschnitt durch die hiesige Insektenwelt, es befinden sich lauter kleine Krabbel- und Flugtierfriedhöfe zwischen den Scheiben und den Fliegengittern. Leckere Sache das… Die eine oder andere Scheibe hat einen kleinen Sprung. Man muß da einfach Mut zur Lücke haben, ha! Die gleiche Prozedur steht mir noch von außen ins Haus, allerdings brauche ich dafür erst mal ne Leiter. Und da sind sehr viele Fenster…

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Heute gab es die erste Post, einen Sammelumschlag aus Deutschland, der Nachsendeantrag scheint also zu funktionieren. Der Inhalt war nicht besonders erfreulich, Werbung vom ADAC, die Endabrechnung der Stadtwerke München und die Kreditkartenabrechnung. Später kam noch mal Post, diesmal persönlich überreicht von einem breit grinsenden Angestellten der US-Post „Howdy!“ schmetternd. Post von der Bank of America. Ich hab jetzt Schecks und eine Debit Card.

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Das mit den Schecks ist hier übrigens auch so eine nette Kleinigkeit, man kann sie sich in allen möglichen Designs aussuchen, vom Leopardenprint über Sponge Bob und Hello Kitty, natürlich die Amerikanische Flagge bis hin zur offenbar einfach unvermeidlichen Anne Geddes. Wie schön, schon nach einer Woche etwas gefunden zu haben, was man genau so sehr hassen kann wie Diddl-Mäuse: Anne Geddes Baby-Arrangement-Bilder. Wer kann sich denn ernsthaft wünschen, ein Konterfei seines als Kohlkopf verkleideten Babys an der Wand hängen zu haben, oder es gar als Zahlungsmittel zu verwenden? Ok, ich hör schon auf, über Geschmack läßt sich in den USA sowieso nicht streiten.

Ich habe heute ganz heimlich, still und leise mal die Häuser der Nachbarn fotografiert, wir wollen ja nicht, daß ich der Spionage verdächtigt werde, nicht wahr? Also, so sieht es rundherum aus.

Die Lexington Road, man beachte die Überlandleitungen, die uns im Winter sicher noch so manche kuschelige Stunde bei Kerzenlicht vor dem Kamin bescheren werden.

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Gegenüber. Hier wohnt mindestens eine Frau mit praktischer Kurzhaarfrisur, der ich beim Kampf mit dem Rasenmäherkabel zusehen durfte.

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Von der Hintertreppe aus links. Hier hab ich noch niemanden gesehen außer einem Handiman, der den Rasen mäht, aber leider keine weiteren Auftraggeber mehr braucht. Auch nicht so schlimm, er war nicht annähernd das, was man sich unter einem achtzehnjährigen Gärtner vorstellt.

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Und rechts. Von dort kommen vor allem Kreissägegeräusche. Ob die von einem Menschen bedient wird, ist mir noch nicht klar, ich hoffe es aber.

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Hier noch unsere Schattenspender und Behausungen für viele Vögel und Hörnchen, ich glaube, es sind Ahornbäume.

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Morgen kommen die Fenster im 1. Stock dran. Sollte es neue Erkenntnisse geben, werde ich sie Euch wissen lassen.

Bis dann!

Ein Tag am Meer

Juli 3rd, 2007 Posted in Unser Amerika

Am Sonntag hatten wir nach mehrstündigem Matratzenkauf erst mal die Schnauze voll von Organisieren, Putzen, dran denken Müssen und, ja, sogar vom Shoppen. Also setzten wir uns in unsere tiefergelegte Amischleuder und fuhren Richtung Meer an einen public beach bei Hammonassett.

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Eigentlich überflüssig es zu erzählen, aber es ist einfach zu auffällig, um es unerwähnt zu lassen… Amerikaner setzen sich nicht wie unsereins in Rimini in Badesachen auf ihre Handtücher. Oh nein, man trägt kurze Hosen und Shirts, und natürlich Schuhe, denn man weiß ja nie, ob sich nicht ein böser kleiner Fußpilz von hinten anschleicht… Gustl hatte brav auf die Speedos verzichtet und hatte eine knielange Badehose an. Mein Zugeständnis an die amerikanische Prüderie bestand darin, mein Bikinioberteil anzulassen und noch mal mit dem Rasierer, na Ihr wißt schon. Mehr kriegen die nicht von mir, sorry. Der junge orthodoxe Jude ein paar Meter weiter führte die ganze Paranoia sowieso ad absurdum, indem er zwar eine knielange Hose trug, die jedoch im nassen Zustand sehr deutlich zu erkennen gab, daß die Brit Mila gut funktioniert zu haben scheint.

Schön ist das, im heißen Sand zu liegen und in die Wolken zu schauen…

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Auch Gustl fand es schön, sich um nichts kümmern zu müssen.

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Nun, ein Tag am Meer eben…

Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus…

Juli 2nd, 2007 Posted in Unser Haus

…nein, kein Äffchen, kein Pferd. Bisher nur Hasen, Möwen, Schwalben, A-Z-Hörnchen, Stinktiere und Opossums. Und natürlich eine ganze Menge plattgefahrener Waschbären am Straßenrand. Die scheinen Beschleunigungsschwierigkeiten in den Highwayauffahrten zu haben. Der Hase saß mümmelnd vor unserem Hotel, vielleicht findet Ihr ihn ja auf dem Bild, die Möwen kommen später, tote Waschbären lohnen keine Bilder und für den Rest war´s entweder zu dunkel oder unsere Kamera zu langsam.

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Aber Fauna und Flora des schönen Connecticut interessieren Euch ja nun sicher nicht so brennend. Wie ich die meisten von Euch kenne, wollt Ihr unsere Villa Kunterbunt, oder eher Bate´s Motel sehen… Nun, hier sind ein paar Details.

Gustl vor der Doppelgarage (!!!) mit Miet- und Zweitfahrzeug. Der Mietwagen ist ein Chevrolet „Cobalt“, eine echte Ludenschleuder… Im Rückspiegel sieht man vor allem den Spoiler, der sich auch hervorragend als Abstellfläche für diverse Cappucinobecher eignet. Sonstige Nutzen eines Heckspoilers bei Höchstgeschwindigkeiten von 65mph erschließen sich mir nicht, aber ich bin ja auch kein Fahrzeugbauer. Wolf? Hast Du dazu eine Meinung? Beim Zweitfahrzeug handelt es sich um einen simplen Besen, den wir als umweltfreundliches Produkt dick in Plastikfolie eingewickelt erstanden haben. Ich gebe ihm ein halbes Jahr…

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Ich hatte ja schon die Küche und deren Zustand erwähnt. Also sauber krieg ich sie schon, mit viel Chemie, aber das war´s dann auch. Die Spüle ist wie das gesamte Haus von 1923. Sie soll erhalten werden, das liegt Matthew Whalen, unserem Vermieter, sehr am Herzen. Das wird sie auch sicher, im Keller, sobald ich eine neue habe. Ich spüle nicht in angeschlagenem, angegammeltem Emaille, und wenn es noch so antik ist!!! Das Tischchen in der Mitte ist, wie man so schön sagt „aus der Zeit“. Meiner Meinung nach ist es irgendwann aus dem Raum-Zeit-Kontinuum geflüchtet, da es sich ob seiner Häßlichkeit geschämt hat. Daß es ausgerechnet in der Lexington Road landen mußte haben sicher höhere Mächte zu verantworten. Es darf dann auch im Keller wohnen. Im Hintergrund sieht man übrigens den Butler´s Room. Das ist ein Durchgang zwischen Küche und Eßzimmer, wo sich früher der Butler die weißen Handschuhe anzog, bevor er der Herrschaft die Suppe servierte, in die er vorher sicher öfter mal gespuckt hat. Heutzutage wird sowas wohl als Vorratskammer benutzt. Ich werde dort das Geschirr stapeln. Die Putzsachen sind übrigens neu.

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Seit dem 28. Juni, unserem Ankunftstag, haben wir bereits viel Geld ausgegeben (by the way: danke Vati, ist angekommen!). Und Verena, Du wirst es kaum glauben, IKEA New Haven hat Sofas ab Lager!!!

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Ach so, das ist unser Wohnzimmer, das mit dem OFFENEN KAMIN!!!

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Der Durchgang führt ins Eßzimmer, das auch durch den Butler´s Room betreten werden kann, blabla… Die Wandlämpchen kommen übrigens in die Antiken-WG im Keller.

Wofür sie ja wirklich ein Faible haben hier sind Wandschränke. Ich schließe mich dem an. Ich muß jetzt nur noch irgendwo Lavendel auftreiben, denn dieser Geruch nach Alter Mann ganz unten ist schrecklich deprimierend. Die Wandschränke und auch die anderen Türen werden mit diesen wunderbaren Glastürknäufen geschlossen, wenn sie denn schließen…

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Das Obergeschoß ist noch nicht geputzt, deshalb noch keine Bilder. Aber glaubt mir, es bleibt spannend, da gibt es ein Fenster, das nicht schließt, weil da nämlich der Rahmen morsch ist, eine mit Blättern überübervolle Dachrinne, viele Wandschränke, einen abgesperrten Dachboden (in Europa hat man die Leichen im Keller, hier wohl im Speicher, naja, andere Länder…)

Wenn sauber, geht es hier weiter. Dann erzähl ich auch von unserem Balinesischen Bett und dem Erlebnis eines Matratzenkaufs bei Sleepy´s bei einer bezaubernden Deutsch-Russischen Jüdin mit goldigem Humor und noch mehr Gold am Handgelenk.

Bis dann!

 

 

 

Abschied – oder – der Tod in Dosen

Juli 2nd, 2007 Posted in Menschen

Man denkt ja immer, man hat alles im Griff, kommt mit allen Situationen gut klar, ist das, was in Frauenzeitschriften gerne mal als „starke Frau“ bezeichnet wird. Ja Pfeifendeckel, das könnt Ihr alles vergessen! Wenn ich Abschied nehmen muß, bin ich die größte Versagerin, die man sich vorstellen kann. Ich hasse und verabscheue es, Abschied nehmen zu müssen! Ich mache es prinzipiell falsch, heule bei den Leuten, bei denen ich mir fest vorgenommen habe, trocken zu bleiben, heule nicht, wenn andere heulen, laufe davon, wenn es noch viel zu sagen gäbe, etc. Deshalb hier noch einmal für alle: ich werde viele von Euch lange nicht sehen, sprechen, fühlen, schmecken und riechen. Aber ich habe Euch alle hier bei mir, immer.

Der Abschiedsmarathon:

6. Juni: Abschiedsfeier mit den Kollegen

8. Juni: endgültiger Abschied von Epcos. Weniger schwierig, um ehrlich zu sein…

9. Juni: Abschiedsfest (siehe dort)

14. Juni: Gundls und Markus´ Polterabend und gleichzeitig Abschied von den beiden

20. Juni: ein letztes Mal Schinkennuuuuuuuuuuuuudeln im „Dicken Mann“ mit Flo und Frau Pfirrmann. Natürlich verbindet uns mehr als eine große Portion guten Essens auf dem Teller, Ladies!!!

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21. Juni: die Epcos-Heuschrecken fallen über meine Tupperware-Vorräte her. Teilnehmer waren Familie Müfall, Familie Wimberzeth-Haberbauer, die schwäbische Rollerblade-Connection und Tirol, mein Tirol, mein schönes Tirol, das auch noch die französische sauterelle Emma vertreten mußte (wenn das der Andreas Hofer wüßte…).

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22. Juni: Abschied von Markus, dem Adoptivvater meines ersten und meistgeliebten Autos, das übrigens allen Unkenrufen zum Trotz wieder TÜV hat! Ätsch, ich hab gewußt, daß der englische Patient überleben wird! Markus, bitte um Fotos!

23. Juni: Abschied von all den Dingen, die in München eingelagert wurden. Vielen vielen Dank an Pino, Wolfgang, Martin, Fritz, Andy und Steffi incl. Lotschgo. Ich würde Euch so gerne versprechen, daß Ihr meine alten Marmorplatten ein letztes Mal schleppen mußtet, ich wage hier aber einfach keine Prognosen… Steffi hat abends noch Lasagne für uns gekocht, meine Pastakönigin!

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24. Juni: Theoretischer Abschied von unserer Küche, die wir nach einigem Hin und Her doch noch an unsere Vermieter verkaufen konnten. Wenn Ihr meine amerikanische Küchen sehen könntet, Ihr würdet meine alte in kleine Pakete verpacken und aus purem Mitleid hierher schicken. Aber darüber später mehr…

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26. Juni: Natalie bekocht die Weiber Alexa, Claudia mit Ägir und Inken auf´s Allerfeinste. Natalie vor dem Gasherd knieend, irgendwo zwischen Kichern und Weinen aus Panik, der Herd würde die Nachspeise nicht gebacken kriegen (hab ich das nicht schön hingekriegt? Herd – gebacken kriegen…), das werde ich so schnell nicht vergessen. Für alle Hungrigen: es hat geklappt. Und der Vodka hat geschmeckt!!!

27. Juni: Abendessen bei den Thalers. Alexa, Dein kleiner Buddha wird mich sicher beschützen. Ich liebe Dich von ganzem Herzen!

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28. Juni: Um 11:30 steht das Taxi vor der Tür. Jakob und Gabriele sind da. Jakob ganz cool, logisch! Gabriele ganz und gar nicht cool, auch logisch. Ich bin froh, daß es schnell gehen mußte!