Inkens Welt

ehem. USA-Tagebuch
Home » Auszug und Einzug » Freitag der 13.!!!

Freitag der 13.!!!

Juli 16th, 2007 Posted in Auszug und Einzug

Nachdem am Donnerstag unser neues Bett geliefert wurde, jaaaa! das balinesische, und prompt nicht die Treppe hoch paßte (wir werden da mit Säge und Schrauben dran rumpfuschen, geht nicht anders…), konnte der Freitag eigentlich nur noch besser werden.

Jennifer, unsere Ansprechpartnerin bei der Spedition hier in den USA, hatte die Ankunft unseres Containers für Freitag avisiert, aber so recht dran glauben wollten wir nicht, bevor wir ihn nicht gesehen hätten, obwohl die Luftfracht auch pünktlich am Donnerstag kam. Aber man weiß ja nie, und wir haben von Kollegen gehört, die bis zu 11 Wochen auf ihren Kram warten mußten. Irgendwie stellt man sich dann moralisch schon auf das Schlimmste ein.

Aber Freitag der 13. begann damit, daß die Auspackcrew bereits vor der Tür stand als wir morgens zum Haus kamen. Gustl fuhr weiter ins Büro und ließ mich mit sechs gutaussehenden und seeeeehr starken Kerlen allein, einer davon trug doch tatsächlich die Marmorplatte für die Küche alleine auf der Schulter! Ich fand die Situation besonders pikant, da mir von mehreren Seiten gesagt worden war, daß Männer in den USA darauf trainiert werden, nie zu einer einzelnen Frau in den Lift zu steigen, könnte ja prompt eine Anklage wegen sexual harassments geben… Die sechs Jungs hatten damit aber überhaupt kein Problem. Sie tranken meinen Kaffee und aßen die Cookies und „filled Streussels“ mit Appetit und saßen in der Sonne während wir auf den Container warteten.

imgp4235.JPG

Der kam um neun und grub beim Rangieren den Vorgarten um.

imgp4218.JPG imgp4219.JPG imgp4220.JPG imgp4221.JPG imgp4222.JPG 

New Yorker LKW-Fahrer sind offenbar keine begnadeten Rückwärtseinparker, der LKW stand letztendlich nicht in der Einfahrt, sondern parallel zur Straße.

Das Siegel am Heck des Containers war intakt, also hatte der Zoll wohl doch beim Röntgen nichts Interessantes gefunden. Hier verschwindet schon mal gerne Kartons mit Damenunterwäsche, gerne kriegen auch High End HiFi-Geräte Füße. Aber mit unserem alten Kram Marke „spätes IKEA“ konnte wohl keiner der Zollbeamten was anfangen. Ich könnte mich natürlich in den „you know what“ beißen, daß ich nicht doch Schnaps und Kernöl eingepackt hab… Aber man weiß das ja vorher nicht. Ich kann nur auf die kriminelle Energie unserer Besucher aus good old Germany und even better Austria hoffen…

imgp4223.JPG imgp4224.JPG

Als der Container geöffnet war wurde erst mal die Arbeit verteilt. Einer im Container, der alles auspackt (lange haben Rolfs Verpackungskunstwerke also nicht gehalten). Zwei, die die Sachen zur Hintertür tragen oder rollen, zwei, die treppauf-treppab laufen, einer der das Verpackungsmaterial zerkleinert. Und natürlich die Schuster, die am Hintereingang steht und die armen Schlepper in die richtigen Zimmer schickt. Daß im Endeffekt doch nicht alles im richtigen Raum stand lag wohl daran, daß die Jungs vor allem aus Brasilien stammten und ihr Englisch nicht soooo besonders gut war. Aber wir werden schon alles wiederfinden bis wir in zwei bis drei Jahren wieder ans Einpacken gehen…

imgp4225.JPG

Bevor irgendwas ins Haus getragen werden konnte, wurden die Wege im Haus fein säuberlich mit Kartons abgeklebt und die Zimmer beschriftet.

imgp4226.JPG imgp4227.JPG imgp4228.JPG

Die Möbel haben alle überlebt, nur der Eßtisch hat einen neuen Kratzer und eine Glasplatte hat ein Eck ab. Das wurde natürlich prompt der Deutschen Spedition untergejubelt. Aber ich glaube nicht, daß beim Einpacken geschludert wurde, nicht von Rolf! Sollten noch mehr Schäden sichtbar werden, machen wir einen Bericht an die Versicherung. Im Großen und Ganzen können wir wirklich zufrieden sein. Bei der Abschiedsfeier ging mehr kaputt…

imgp4229.JPG imgp4230.JPG imgp4233.JPG imgp4231.JPG

Mittags war der Container leer, ich konnte den LKW-Fahrer davon überzeugen, daß die Ski und Skistöcke wirklich mir gehören und nicht ihm, und er fuhr leicht frustriert wieder ab.

imgp4234.JPG

Die Packer hatten noch einen Stapel Papiere für mich, die ich unterschreiben mußte. Hier unterschreibt man nicht nur, hier muß man zusätzlich an allen möglichen obskuren Stellen seine Initialen hinmalen, mit denen man einzelne Details des Papiers zur Kenntnis nimmt. Keine Ahnung, was ich alles gekauft habe, es bleibt spannend. Ich weiß, daß ich auf Zusammenbau der Möbel verzichtet habe, was eigentlich im Service beinhaltet war, aber wir hatten ja kaum was zerlegt, also war das nicht notwendig.

Mit einem fetten Tip und schneller als sie sich wohl erhofft hatten entschwanden zwei Amis und vier Brazilian-Americans in ihr Wochenende.

Und ich gönnte mir erst mal eine Zigarette auf der Terrasse…

imgp4236.JPG

Wer aber glaubt, Freitag der 13. hätte damit ein glückliches Ende genommen, der irrt!

In der Nacht wurde unser Auto geknackt, der schöne schnittige Chevy!

imgp4239.JPG imgp4240.JPG imgp4241.JPG imgp4243.JPG

Der Vorfall hat uns die Bekanntschaft mit einer sehr hübschen polnischstämmigen Polizistin eingebracht, die sich tausend mal für ihre Landsleute (hier waren die Amis gemeint, Wolfram!) entschuldigt hat. Ich durfte sie leider nicht photographieren, sorry. Nach einem seeeehr langen Gespräch mit einer Dame an der Hotline von „National“, die sich auch für den Vorfall entschuldigte, mußten wir zum Flughafen, um einen neuen Wagen zu bekommen.

imgp4247.JPG imgp4245.JPG 

Jaha, es ist ein PT Cruiser, Geschmackssache… Die Kurvenlage überzeugt mich nicht.

Wir haben überlegt, ihn gleich offen rumstehen zu lassen.

imgp4244.JPG

Denn natürlich hatten wir unser Navi im Wagen gelassen, und genau darauf waren die Diebe aus!

Am Abend hatten wir eine Warnung des Hotelmanagements unter der Zimmertür durchgeschoben, die darauf hinwies, daß wohl eine Bande unterwegs ist, die es auf Navigationssysteme abgesehen hat… Leider zu spät!

Ich sage dazu nur:

May their next shit be a hedgehog!!!

 

 

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.