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Listen, To Do´s und Formulare

Mai 26th, 2007 Posted in Wir gehen nach Amerika

Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare… Hoch lebe das funktionierende Klischee!

Wir bekommen einen dicken Packen Unterlagen von einer Anwaltskanzlei in Hartford CN, um die Visa-Angelegenheiten in Schwung zu bringen. Jesus, die sind ja noch bürokratischer als die Deutschen! Allerdings ist der Packen so gut vorbereitet, daß wir wirklich nur ein Papier nach dem anderen abarbeiten, ausfüllen und versenden müssen. Super Service! Bezahlen möchte ich das allerdings nicht müssen… Gustl meint nach einer halben Stunde, er sei durch und habe alles kapiert. Nun gut. Ich lese, exzerpiere und kommentiere die Unterlagen mehrere Stunden, hab dann schließlich auch alles kapiert… So hat eben jeder seine Stärken, beim Shoppen und beim Anfahren an der grünen Ampel bin ICH schneller…

Wir wissen nun, wie wir uns auf der Botschaft zu verhalten haben, daß man Fragen der immigration-Beamten möglichst nur mit „yes“ oder „no“ zu beantworten hat (Gustl hat sicher Bedenken, daß ich mein freches Maul nicht halten kann, ich habe aber wirklich und wahrhaftig vor, mich gut zu benehmen!) und, daß Formulare mehr als hinterfotzig angelegt sein können… Aber wir sind natürlich der Wahrheit verpflichtet, und somit kann auch keine der nur schlecht kaschierten Fallen zuschnappen.

Am Ende ist alles geschafft, und am 30. April ist der Termin auf der US-Botschaft in München. Wir haben alle Unterlagen (außer der Bestätigung der MTU, daß die Gebühren überwiesen wurden, mal sehen, ob ich das später noch kommentieren will…), gültige Pässe, Fotos im gewünschten Format (kein Lächeln, geradeaus in die Kamera starren und beide Ohren zeigen, muß das denn sein?) und marschieren frohen Mutes durch den security check der Botschaft. Ich kann nur sagen, chapeau! Wir kommen pünktlich dran, werden sehr freundlich bedient (jaha! Bedient!) und haben zwei Tage später trotz Feiertags unsere Pässe incl. der Visa zurück. Wenn das ein Vorgeschmack auf US-amerikanische Behörden ist, gehen wir ins gelobte Land!

Aber natürlich sind die Visa nicht die einzigen Vorbereitungen, die zu treffen sind. Wir machen deshalb Listen, eine Lieblingsbeschäftigung von Gustl, nun auch mein Hobby…

  • Kündigungen: Job, Haus, Abonnements, Mitgliedschaften. An alles muß gedacht werden. Stadtwerke, Telekom, Gewerbeamt, Meldebehörde, usw. Wir kaufen sehr sehr viele Briefmarken, denn vieles geht nicht online. Und wir versenden einen etwa 10cm hohen Stapel an Briefen.
  • Versicherungen: was bleibt, was wird gekündigt? Wie sind wir in Zukunft krankenversichert? Was bleibt an fixen Kosten?
  • Mitnehmliste: an jedem Türstock hängt ein Foto des Zimmers, mit Leuchtstiften markiert, was mitkommt, eingelagert wird, oder eben den Weg alles Weltlichen gehen muß. Yippie, endlich wird mal entrümpelt!!! Zwei Speditionen besichtigen unser Hab und Gut, der 40-Fuß-Container wird wohl nicht ganz voll. Aber für den Rück-Umzug muß ja noch ein wenig Platz bleiben, denn eines steht fest: wir werden in den USA auf jeden Fall zu Einkaufs-Freaks mutieren!
  • Autos verkaufen: tja, davon gibt es drei… Der Triumph Spitfire hat inzwischen einen reizenden Adoptivvater gefunden, der ihn nicht als Organspender mißbrauchen, sondern wieder aufbauen will (an dieser Stelle ein dickes Danke an Claudia, die mir den neuen Besitzer des „englischen Patienten“ vorgestellt hat!) Der kleine Toyota Yaris hatte schon seit langem das Herz meiner Schwiegermutter erobert, nun bekommt sie ihn. Der dicke Corolla steht noch zum Verkauf, falls jemand €15000,– investieren will…
  • To Do´s: da man nicht alles sofort erledigen kann, gibt es Listen für Dinge wie das Einrichten des Nachsendeantrags ca. 14Tage vor dem Umzugstermin, Zähler ablesen, den internationalen Führerschein beantragen. Diese Punkte werden uns also wohl bis zum letzten Tag in Atem halten.
  • Die angenehmen Dinge des Lebens: Abschiedsfeiern organisieren. 6. Juni bei Epcos, 9. Juni privat, 11. Juni bei der MTU.

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, daß täglich etwas anderes zu erledigen ist. Und ein wenig Panik schleicht sich von Zeit zu Zeit ein, ob wir an alles gedacht haben. Aber da hilft sowieso nur ein ausgeprägter Mut zur Lücke… Und man sollte auf jeden Fall immer genau wissen, wo sich die mühselig geschriebenen Listen befinden.

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